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BÄKE Courier Nr. 17/2017 vom 07. November 2017.

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Grabenloses Verlegen

Eine Baustelle, bei der die Technik den Spaten ersetzt

 

KLEINMACHNOW. Eine halbe Stunde auf das Trinkwasser aus der Leitung verzichtet, dann hängt der Hausanschluss an einem neuen Polyethylen-Rohr – die Technik macht‘s möglich. Für die Kunden und die Umwelt so störungsfrei wie möglich, möchte die Märkische Wasser- und Abwasser GmbH (MWA) das Trinkwasserleitungsnetz in unserer Region erneuern.

In Kleinmachnow ist bereits die Hälfte der Strecke geschafft. Aktuell bohren sich die Rohrleitungsbauer mit ihren Maschinen durch das Villenviertel und die Presse durfte dabei zuschauen und sich ein Bild von der Baustelle, der Technik und den unterirdischen Versorgungsleitungen machen. Denn viele denken, man sieht ja kaum jemanden arbeiten, passiert da überhaupt etwas? Ja, die Technik übernimmt die meiste Arbeit aber längst unsichtbar – und das schont die Umwelt.
Bevor die Bauarbeiten überhaupt losgehen, zeichnet Martin Guhn, der bei der MWA für Trinkwasserleitungen zuständige Ingenieur, einen Plan. „Jeder Baum, jede Zufahrt wird exakt eingetragen. Im Villenviertel im Teilabschnitt Medornstraße sind es nur 80 Hausanschlüsse, dafür aber viele alte Bäume“, erklärt der Planer die Lage. Und dann zeigt Wassermeister Jörg Rüdiger, wie der Plan in die Tat umgesetzt wird: „200 Meter Rohr ersetzen wir am Tag mit dem Berstlining-Verfahren unterirdisch, und zwar in drei Schritten.“ Die Hausanschlüsse werden zuerst in rund 1,5 Meter Tiefe freigelegt und an eine „fliegende“ oberirdische Notleitung angeschlossen. Die ausführende Firma Rohrbau Berlin-Brandenburg setzt die riesige mobile Bohrmaschine ein, die die rund 80 Zentimeter langen Stifte in die alten zugewachsenen Gussrohre treibt. Diese bersten im zweiten Schritt und machen Platz in der Trasse für das neue Kunststoffrohr, das von der anderen Seite kommt und reingezogen wird. Die Metallstifte können nacheinander raus genommen werden. Im dritten Schritt wird der Hausanschluss wieder angeschlossen. Die neuen Rohre werden übrigens fünf Tage lang mit Spülungen desinfiziert, bevor an der Baustelle die Arbeiten beendet sind.
Seit den 90er Jahren wird das Berst-Verfahren zur notwendigen Erneuerung der Trinkwasserleitungen angewendet. Die alten Guss-Rohre sind so zugewachsen, dass der Wassertransport erheblich leidet. Der Durchmesser der neuen Rohre ist zwar etwas geringer als der der alten Rohre, aber der Wasser-Verbrauch ist in den vergangenen Jahren auch gesunken. 10 bis 15 Zentimeter Durchmesser haben die Rohre in Wohngebieten wie in Kleinmachnow, in den großen Berliner Wohnvierteln liegen zum Vergleich im Durchschnitt 40 Zentimeter messende Rohre.
Einmal im Jahr werden Rohrspülungen fällig, die Wartung ist also denkbar unkompliziert. Mit speziellen Schweißgeräten werden zudem neue Rohre vor Ort absolut wasserundurchlässig miteinander verbunden. Die computergesteuerte Methode ist sehr sicher und ermöglicht den Ingenieuren, Rohrleitungen auch unter Straßenkreuzungen durchzuleiten. Glücklicherweise sind in TKS die Voraussetzungen für dieses behutsame Verfahren mit dem minimalen Aufbuddeln von Straßen durchweg gegeben. Dazu gehört, dass die Rohre mindestens anderthalb Meter tief liegen können – die Bürgersteige können sich dort durch den Bau nicht anheben. Gesine Michalsky

 

Foto: GM

 

Ressort: Regionales, Wirtschaft

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