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BÄKE Courier Nr. 11/2018 vom 30. Oktober 2018.

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Historisches behutsam erneuern

BI Sommerfeldsiedlung bietet kompetente Alternativ-Vorschläge für Straßenraumplanung

 

KLEINMACHNOW. Parken gehörte bisher zu den Freiheiten, die überall im Ort geduldet war. Das ändert sich gerade. Am Zehlendorfer Damm sind Anwohner besonders betroffen von neuen Parkverboten.

Das Parken auf dem breiten Grünstreifen vor den Grundstücken ist bereits verboten, nun soll noch ein absolutes Halteverbot auf der gesamten Straße hinzukommen. Die Anwohner haben jetzt ihre neue Bürgerinitiative vorgestellt und den Bürgermeister gefragt: „Wie sollen Pflegedienste oder Handwerker uns noch erreichen?“ Vielleicht könne das Problem noch einmal im Ausschuss diskutiert werden, bekamen sie als Antwort.
Gut ein Jahr alt ist die „BI Sommerfeld-Siedlung“, die von Anwohnern gegründet wurde, weil die Verwaltung zum Bürgerdialog einlud. Thema: „Verbesserung der Verkehrssituation in der Sommerfeldsiedlung“. Der schwierige Spagat reichte von  der Suche nach Lösungen für die Parkraumbewirtschaftung bis zur Erneuerung von Straßen und Seitenstreifen. Ein Jahr und vier Bürgerwerkstätten später ist man auf der Suche nach einem akzeptablen Kompromiss zwischen Anwohnern und Verwaltung, mit dem alle leben können.
Von der Ausgangsposition der Verwaltung, die kleinen Siedlungsstraßen so umzubauen, dass Autos nur noch in wenigen Parkbuchten abgestellt werden dürfen, ist man weggekommen. Der Erhalt des chakteristischen Straßenbildes solle erhalten bleiben, darin besteht Konsens. Die BI ermittelte dank einer Umfrage, an der 45 Prozent der Anwohner teilnahmen, dass der Erhalt des historischen Siedlungscharakters fast 100 Prozent Zustimmung fand. Die Ablehnung neuer Straßenlampen zog die BI dagegen zurück. Es mache Sinn, diese gleich mit an zugehen, weil es Kosten spare.
Ein Besuch bei dem jüngsten Treffen der BI zeigte aber auch, wie viel Energie, Einsatz und Kompetenz weiterhin von den bis zu 50 Mitstreitern einzubringen ist. Am 17. Mai, bei der kommenden Gemeindevertreterversammlung, werden Straßenbauingenieur Jürgen Krause und BI-Mitbegründer Max Steinacker das erkämpfte Rederecht nutzen. Sie stehen für eine rationale und gut vorbereitete Debatte, wenn es um den Beschluss geht, die Siedlungsstraßen grundsätzlich zu erneuern. Die nächsten Beschlüsse stehen am 28. Juni an: Die Verwaltung favorisiert die Vereinheitlichung der Straßenschnitte, um den Parkraum leichter zu bewirtschaften. Das zerstöre den Waldsiedlungscharakter, für den der Reichtum der unterschiedlichen Straßenprofile mit entscheidend ist, protestiert die BI. Langfristig ist Beton der effizienteste und damit preisgünstigste Belag, sagt die BI, die Verwaltung hält Asphalt für pflegeleichter- und praktikabler. Barrierefreiheit sei weder mit den Vorschlägen der Verwaltung noch mit denen der BI machbar, dazu fehle der Raum. Das sei aber auch verkraftbar, da es sich nur um Anliegerstraßen handele, erklärt Jürgen Krause einen weiteren Konfliktpunkt. Feststeht jetzt schon: Die anfängliche Ablehnung vieler Anwohner, auf die Kosten von rund 5- bis 6000 Euro zukommen, hat die BI gut kanalisiert in Gestaltungswillen. Motto:  „Keine Planung gegen Bürgerwillen“. Gesine Michalsky

 

Foto: GM

 

Ressort: Politik, Regionales

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