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Ärger in der Idylle

Unmut am Güterfelder Haussee

 

GÜTERFELDE. Sucht man nach dem Güterfelder See im Internet, findet man u.a. diesen Eintrag: „Der Güterfelder Haussee gilt wegen seiner Waldlage und idyllischen Badestelle als ‚Perle der Parforceheide‘. Gelegen zwischen Potsdam und Großbeeren gilt er als Geheimtipp (…)“. (Quelle: visity.de)

Die historisch gewachsene Badestelle wurde zudem durch die Gemeinde Stahnsdorf im vergangenen Jahr aufgewertet. „… Teltow hatte der Gemeinde Sand, der bei einer Baumaßnahme als Ballastmaterial verwendet und nun nicht mehr benötigt wurde, kostenlos zur Verfügung gestellt. Ein regionales Tiefbauunternehmen übernahm den Transport (…) und die Gemeindearbeiter verteilten anschließend den Sand nahe dem Einstieg zum See an der Seestraße“. So steht’s auf der Homepage von Stahnsdorf. Was die Wenigsten wissen: Der See ist an den LAV Brandenburg e.V., Landesanglerverband Brandenburg, Kreisverband KAV Potsdam-Land e.V. verpachtet.

Doch die Idylle rund um den See hat Risse, denn er ist schon lange kein Geheimtipp mehr.
Die TKS-Region wächst seit Jahren – auch Stahnsdorf und seine Ortsteile. Viele Zuzügler sind von der ländlichen Lage mit viel Natur und der nur einen „Katzensprung“ entfernten Hauptstadt begeistert. Nicht zu vergessen: die Nähe zu Reiterhöfen und die Mögllichkeit, auch mit Hund & Katz sowie anderen Tieren zu leben.

Und hier beginnt das Dilemma. Viele Hundebesitzer betrachten das Gebiet am Westufer gegenüber der Badestelle als ideales Hundeausführgebiet, und Reiter sind dort ebenfalls gern unterwegs, was einerseits vielen Anglern, die dort leidenschaftlich ihrem Hobby nachgehen, missfällt, und andererseits verboten ist. Dieses Waldgebiet ist ab Wasserkante Naturschutzgebiet. Das bedeutet, dass die Wege keine Reitwege und lt. Waldgesetz des Landes Brandenburg (LWaldG), § 15, Abs. 8, Hunde an der Leine zu führen sind.
Zwar erhält jeder Hundebesitzer bei der Anmeldung seines Vierbeiners alle Verordnungen und Hinweise, doch – Hand auf’s Herz – wer merkt sich alle Gebiete, in der Leinenpflicht herrscht. Das man Hunde nicht an eine Badestelle mitnimmt, zumal auch einige Schilder darauf hinweisen, und dass Reiter, die sich an die Straßenverkehrsordnung halten müssen, dort ebenfalls nichts zu suchen haben, sollte klar sein.
Doch auf der Waldseite, für die der Landesbetrieb Forst Brandenburg verantwortlich zeichnet und die der Verwaltungsbehörde Berliner Forst unterliegt, gibt es weder Infotafeln noch Schilder, die auf Erlaubtes und Verbotenes sowie darauf hinweisen, dass der See ein offizielles Angelgewässer ist.

In letzter Zeit werden verstärkt u.a. Reibereien zwischen Hunden angezeigt. Viele gewerbliche Hundeservices, auch aus Potsdam und Berlin, haben das Gebiet für sich entdeckt, sind teilweise mit zu vielen Hunden – eine Person darf nicht mehr als drei Hunde führen – unterwegs und überfordert.
Der traurige Höhepunkt bisher: Im Bereich der Wochendgrundstücke hat ein Datschenbesitzer eine Nachbarin verprügelt, als diese ihre zwei Hunde mit zum Wasser nahm.

Auf Rückfrage bei Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers erfuhr der BC, dass entsprechende Hinweisschilder leider immer wieder entfernt würden. In Zusammenarbeit mit der Forst Brandenburg sind bereits neue Schilder bestellt, die in Kürze montiert werden.
Doch nur Schilder sind auch keine Lösung. Vielmehr sollten alle, die den einzigen See in unmittelbarer Umgebung zur Erholung nutzen möchten, respektvoll miteinander umgehen.
Wünschenswert wäre auch, dass zwischen Verwaltung, Forst Brandenburg und Landesanglerverband Möglichkeiten beraten werden, ob es nicht auch eine kleine Hundebadebucht und eine Stelle geben könnte, an der Pferde zu einem Schluck Wasser kommen.

Ein Sprichwort sagt: „Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“ Aber mehreren Interessengruppen vielleicht?
Der BC wird das Thema weiterhin verfolgen und berichten. Claudia Anschütz

 

Foto: CA

 

Ressort: Regionales

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