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Baeke Stapel250918Die aktuelle Ausgabe:

BÄKE Courier Nr. 10/2018 vom 25. September 2018.

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Gipfeltreffen in Kleinmachnow

Von der Mülldeponie zum grünen Hügel mit Rodelbahn: Stolper Berg eröffnet

 

KLEINMACHNOW. Großer Andrang herrschte bei der gelungenen Eröffnung des Stolper Berges als öffentliche Grünanlage: Anwohner, Gemeindevertreter und die für den Umbau der Mülldeponie zum Naherholungsgebiet zuständigen Mitarbeiter der P&E eroberten gemeinsam den Gipfel – und dann sorgten Kleinmachnower Alphornbläser auch noch für alpine Stimmung.

„Nach 22 Jahren ist nun endlich der Berg freigegeben“, mit diesen Worten durchschnitt der Bürgermeister bei schlechtem Wetter, das allerdings nicht den erhofften Regen brachte, das letzte Hindernis des Gipfelsturms – ein rot-weißes Absperrband.

Seit 2014 sind die Umbauarbeiten und Sicherheitsüberprüfungen durch den Landkreis abgeschlossen, dennoch musste die Eröffnung immer wieder verschoben werden. Umso größer jetzt die Freude über die Grünanlage und die neue Rodelbahn. „Wir hoffen auf viel Schnee in diesem Winter“, meinte Michael Grubert und wenn der fallen sollte, stehen Rodlern auch keine Bäume im Weg: Der 18 Meter hohe Berg muss von tiefwurzelnden Pflanzen freigehalten werden.

Die Zauneidechsen, die 2016 vom Stahnsdorfer Damm hierher umgesiedelt wurden, haben ihr Ausweichhabitat gut angenommen, berichtete die Grünen-Vorsitzende Barbara Sahlmann. „Den Wunsch, hier mit Stämmen zum Niederlassen Falken anzusiedeln, haben wir aus Rücksicht auf unsere Eidechsen aber aufgeben müssen.“ Der Zaun um das Gelände bleibt zum Schutz vor Wildschweinen aber erhalten, das wurde bereits in dem „Plan zur Folgenutzung der Deponie Stahnsdorfer Damm“ festgelegt, den die Untere Bodenschutzbehörde Anfang des Jahres abgenommen hat.

1981 entstand der heutige Berg mit dem Ausbau des Teltowkanals. Der Aushub landete am Stahnsdorfer Damm und mit der folgenden Genehmigung konnte wenige Zeit später auch Hausmüll und Bauschutt offiziell abgeworfen werden. Bis 1991 funktionierte die öffentlich zugängliche Mülldeponie, dann wurde sie geschlossen, weil das Grundwasser gefährdet war. Maximilian Tauscher, Vorsitzender der Gemeindevertretung, erinnert sich noch daran, dass er Schrott für sein wertvolles Fahrrad-Ersatzteillager damals auf der Deponie eingesammelt hat. Und die ehemalige Bauamtsleiterin Barbara Neidel verriet, dass ihre Kinder mit weggeworfenem Schrott von der Deponie ihr Taschengeld beim Schrotthändler aufgebessert haben.

In zwei Bauabschnitten und einer vorgeschriebenen Beobachtungsphase von 1996 bis 2014 entstand der Stolper Berg. In Zahlen heißt das: ca. 50 000 Quadratmeter Müll wurden umgelagert und verdichtet. 1 800 Tonnen Sondermüll mit Reifen, Bauabfällen und Schrott wurden entfernt und 62 000 Quadratmeter Abdeckung und Rekultivierungsschicht darüber gelegt und geschüttet. Zwei Meter hoch ist die oberste Schicht, unter der 52 000 Quadratmeter Kunstoffbahn den Müll abdeckt. Insgesamt 4,3 Millionen Euro hat die Deponiesicherung gekostet. Regenwasser fließt nachweislich nicht durch den Deponiemüll ins Grundwasser, der Deponiekörper hat sich gesetzt und Gasaustritt kann ausgeschlossen werden, berichtete P&E Geschäftsführer Martin Rahn.

Der Bauingenieur Gunnar Reich, eingesetzt für den technischen Umbau des Stolper Berges, formulierte fachmännisch: „Der Berg ist sicher. Er ist mumifiziert“. Gesine Michalsky

 

Foto: GM

 

Ressort: Regionales

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