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Baeke Stapel020419Die aktuelle Ausgabe:

BÄKE Courier Nr. 04/2019 vom 02. April 2019.

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Eine andere Art des Gedenkens

Ausstellung einer jüdischen Künstlerin im Neuen Rathaus

 

TELTOW. Achtzig Jahre ist es her, seit mit der als „Reichskristallnacht“ verharmlosten Aktion am 9. November 1938 die systematische Verfolgung, Vertreibung und Ermordung von Juden in Deutschland eingeleitet wurde. Zum Gedenken daran, zeigt die Stadt Teltow eine besondere Ausstellung.

Sie zeichnet den Lebensweg  der 1940 in die USA emigrierten jüdischen Künstlerin Gertrud Dreyfuss nach und zeigt Bilder aus ihrem Schaffen.  
Geboren wurde Gertrud am 5. März 1885 in Berlin. Ihr Vater, Kaufmann Wilhelm Bursch, kaufte in Teltow in der Max-Sabersky-Allee 4 eine Villa als Sommersitz für die sechsköpfige Familie. Bereits mit 15 Jahren betrieb die begabte Tochter Malstudien bei bekannten Malern wie dem Impressionisten Arthur Segal. Nach ihrer Heirat mit dem Kaufmann Alfred Dreyfuss und der Geburt ihrer drei Söhne zog die Familie nach Teltow, um dort dauerhaft zu wohnen.
Die Verhaftung von Alfred Dreyfuss im Jahr 1933 war ein erstes Warnzeichen der innenpolitischen Entwicklung. Im Sommer 1938 emigrierten die Söhne Fritz und Ernst zunächst nach England und Ernst weiter in die USA. Unmittelbar nach der Pogromnacht trafen auch die Eltern Vorbereitungen zur Flucht. Zuvor hatte Sohn Hans mit einem Kindertransport Deutschland verlassen.
Da sich das Land bereits im Krieg befand, gestaltete sich die Emigration des Ehepaars Dreyfuss schwierig. Es gelang ihnen erst im Juni 1940 über Sibirien und Japan in die USA auszureisen. Dort verstarb Alfred an den Strapazen der Flucht. Gertrud heiratete noch einmal. In der neuen Heimat entwickelte sie ihren eigenen Stil weiter und schuf viele Bilder, die sich heute in Familienbesitz befinden. Von ihren frühen Werken sind einige, die sie nicht mitnehmen konnten, verschollen. Andere Vorkriegsarbeiten der Künstlerin, deren Malstil vom Neuen Naturalismus geprägt wurde, sind in der Ausstellung zu sehen.
Gedankt werden soll an dieser Stelle der Teltower Historikerin Dr. Gabriele Berger, die historische Dokumente über die Künstlerin und ihre Familie zusammentrug und zu einer bewegenden Vita gestaltete, und der Kunsthistorikerin Birgit Aldenhoff, die die Entwicklung in Gertrud Dreyfuss‘ künstlerischem Schaffen  beleuchtete.
Nicht zuletzt Mike Glaser, einem Urgroßneffen der Malerin. Er war nicht nur mit seiner Familie zur Gedenkstunde in Teltow anwesend, sondern organisierte im Vorfeld einen Großteil der Bilder, die sich im Besitz der damals zerstreuten Familien befanden, und brachte einen Teil der Leihgaben persönlich per Flugzeug nach Deutschland. Während ihres Aufenthalts besuchten die Nachfahren der Künstlerin deren Villa in Seehof, vor der  im Jahr 2011 fünf Stolpersteine verlegt worden waren.
Die Ausstellung „Flucht aus Teltow – Bilder der jüdischen Künstlerin Gertrud Dreyfuss“ kann bis zum 31. Januar im Obergeschoss des im Neuen Rathauses besichtigt werden.  Manuela Kuhlbrodt

 

Foto: MCK

 

Ressort: Geschichte, Kultur, Politik

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