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Baeke Stapel150120Die aktuelle Ausgabe:

BÄKE Courier Nr. 1/2020 vom 14. Januar 2020.

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Wenn die Pflege der Eltern ein Betreuungsfall wird

Lokaljournalistin schreibt über eigene Erfahrungen und klärt auf


KLEINMACHNOW. „Albtraum Betreuung – Was passieren kann, wenn Sie zum Betreuungsfall werden“: Der Erfahrungsbericht der Kleinmachnower Lokaljournalistin Heidrun Lange bewegt, weil sie in ihrem frisch erschienen Buch ein Tabu-Thema anspricht und weil sie mit ihrer Familiengeschichte zeigt, dass es jeden treffen kann.

Im Mittelpunkt steht der Pflege-Albtraum, den Autorin Lange mit ihren Eltern erlebt und in einem Tagebuch festgehalten hat. Den sehr persönlichen Erlebnisbericht hat die Autorin an schwierigen Situationen ergänzt durch aufschlussreiches Fachwissen von der Pflegeexpertin Adelheid von Stösser und vom Professor für Betreuungsrecht, Volker Thiele. Aber auch eine sogenannte Alltags-Pflegerin für Demente berichtet von ihren beruflichen Nöten. Umfangreiche Recherchen und Interviews zu dem brisanten Thema, gut lesbar zusammengefasst, können wie ein Nachschlagewerk verwendet werden. Kontaktadressen und Tipps zur Vorsorge runden das Sachbuch ab. „Mein Anliegen ist es aufzuklären, wie schnell es gehen kann, dass ein externer Betreuer vom Gericht bestellt wird“, erklärt Heidrun Lange. „Ich war dem Betreuungssystem willkürlich ausgesetzt, aber rechtzeitige Vorsorge hätte mir das alles erspart“, ist sich die Kleinmachnowerin sicher. Der Albtraum der Familie Lange zieht sich von 2014 bis 2016 – hier ein kleiner Einblick: Der Vater liegt im Heim, die Mutter ist dement, ihr Bruder kümmert sich nicht um die Eltern, möchte aber alleine alles regeln. Eine Betreuungsverfügung haben die Eltern nicht parat. Erst kommt es darüber zum Streit, dann setzt die Amtsrichterin einen rechtlichen Betreuer ein. In dicken Ordnern hat Heidrun Lange die Fürsorge für die demente Mutter dokumentiert, es nutzt nichts, die Richterin rückt nicht von ihrer Entscheidung ab. Zwischen dem Betreuer und Familie Lange funktionierte die Kommunikation nicht, die zuständige Amtsrichterin stand auf Seiten des Betreuers, beschreibt Lange die damalige Ausgangslage aus ihrer Sicht. Sogar die Staatsanwaltschaft meldete sich und stellte Strafanzeige wegen unberechtigter Kontobewegung – dabei habe man nur versucht, die Miete der Eltern zu bezahlen. Beide Eltern wurden de facto entmündigt und bekamen denselben rechtlichen Betreuer vom Amtsgericht zugewiesen. „Als mein Vater schwer erkältet war, wollte ich mit ihm zum Arzt. Der Betreuer war nicht erreichbar und seine Chipkarte durfte die Heimleitung mir nicht geben. Wir gingen trotzdem zum Arzt, der uns zum Glück half“, erinnert sich Lange. Die Physiotherapie für den Vater bestellte der Betreuer ab – sie sei zu teuer. Ihre Beschwerden beim Amtsgericht, schreibt Lange, wurden nicht beantwortet – und es kam noch schlimmer. Als Nächstes brauchte auch die Mutter einen Heimplatz. Die Eltern landeten gemeinsam in einer trostlosen Einrichtung, wie sie schnell bemerkten, so Lange. Dann kam der Paukenschlag: die Trennung der Eltern. Ganz unsanft, denn der Heimleiter rief die Polizei, weil der Vater die Mutter geschlagen haben soll. Auf Nachfragen erfährt die Tochter: Die Polizei kannte diese Einsätze schon in diesem Heim, aber Gerüchte verfehlen nicht ihre Wirkung und die beiden Senioren blieben monatelang füreinander unerreichbar und beklagen sich darüber bei der Familie. Sie wussten lange nichts davon, dass sie auf unterschiedlichen Etagen untergebracht waren, Besuche oder gemeinsame Ausflüge untersagte die Heimleitung, so erlebten Langes den Pflege-Albtraum. Der Betreuer behauptete das Gegenteil und Heidrun Lange, ihrem Ehemann und der Tochter drohte man sogar mit Zutrittsverbot zum Heim. Dann die Erleichterung: Der Betreuer wechselte und ein neues Heim wurde in Kleinmachnow gefunden, die Eltern durften wieder Zeit und Zimmer miteinander teilen. Kurz nacheinander starben sie. „Selbstbestimmung und Qualität der Heime müssen im Interesse der Betreuten verbessert werden“, dafür setzt sich Heidrun Lange seit ihren Erlebnissen mit ihrem empfehlenswerten Buch ein. Und sie legt Wert darauf, dass nicht alle Betreuer schlechte Arbeit leisten. Wenn doch, muss man sich wehren. Gesine Michalsky

 

Foto: GM

 

Ressort: Senioren, Soziales

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  • Wieder viel los, 2020

    Im Mittelpunkt: 100 Jahre Landgemeinde Kleinmachnow

    REGION. Die ersten beiden Wochen eines neuen Jahres sind vielerorts den Neujahrsempfängen und -treffen und ersten Sitzungen in den Verwaltungen vorbehalten, so auch in unserer Region.

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  • „Biomalzspange": Eine Straße – zwei Namen

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    STAHNSDORF/TELTOW. Geplant war sie bereits vor über zehn Jahren, doch als es um die Umsetzung ging, konnte sie nach etwas mehr als einem Jahr Bauzeit, und damit vorfristig, fertiggestellt werden.

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    STAHNSDORF. Sieben Menschen und ein Plan: den vielen Ideen und Interessenten – den Südwestkirchhof betreffend – einen Rahmen und die Möglichkeit zu geben, all die Pläne in die Tat umzusetzen.

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  • Weitere Gedenkstele enthüllt

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    ZEHLENDORF. Am sonnigen Vormittag des 20. Dezembers wurde auf dem U-Bahnhofsvorplatz „Onkel Toms Hütte“ eine weitere rote Informationsstele vor rund 80 Schaulustigen enthüllt, diesmal für den Sozialdemokraten Richard Dreamert (1888-1957).

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