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Wie weiter mit Fridays For Future?

Die Zeit des lustigen Schwänzens ist vorbei

BERLIN/REGION. In den Neunzigern galten Jugendliche als unpolitische Konsumenten. Das kann zum Bedauern mancher Politiker nicht mehr behauptet werden. An den vielen internationalen Protestbewegungen der letzten 20 Jahre war stets der Nachwuchs beteiligt. „Fridays For Future“ fußt nun allein auf Schülern und Studenten.

Inspiriert von der 16jährigen Greta Thunberg, wollen hier seit dem vergangenen Jahr vor allem Teenager das Klima retten. Der bisherige Höhepunkt war der 16. März, als weltweit 1,4 Millionen von ihnen demonstriert haben sollen (allein 25.000 in Berlin). Zur Mobilisierung und Aufmerksamkeitsgewinnung rufen die Aktivisten bisher zum freitäglichen Schulstreik auf, sprich statt zur Schule auf die Straße zu gehen. Die gesetzlich festgelegte Schulpflicht wird damit zwangsläufig unterlaufen. Auch in der Region TKS kam es so zu Konflikten mit Lehrern und Eltern. Nun ist es für die Rettung der Welt laut der Wissenschaft schon fast zu spät, sollten nicht extreme Maßnahmen ergriffen werden. Der CO2-Gehalt in der Luft hat sich seit Beginn der Industrialisierung um mehr als ein Drittel erhöht. Laut dem aktuellen Bericht des Weltbiodiversitätsrats wurden allein zwischen 2010 und 2015 rund 32 Millionen Hektar Regenwald abgeholzt und eine Million Arten sind in den kommenden Jahren bzw. Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Die letzten Klimakonferenzen gelten als nahezu ergebnislos. „Fridays For Future“ hat dagegen die ersten Erfolge vorzuweisen: Konstanz hat den Klimanotstand ausgerufen und eine Eltern-Petition will den Entwurf für das Klimaschutzgesetz der Großen Koalition im Bundestag dahingehend ändern, dass eine radikale CO2-Senkung bis 2040 erreicht wird. Die Schüler fordern selbiges bis 2035. Allerdings ist fraglich, ob sich der Protest nicht über die Sommerferien verläuft. Die Bewegung müsste sich überall in festen Aktionsgruppen institutionalisieren, die vor Ort ihre Forderungen vertritt. Die GRÜNEN in Teltow versuchten hierbei am 13. Mai zu punkten. Und die Schüler sollten in der Schule dafür büffeln, dass sie als Erwachsene dazu in die Lage kommen, einen wirklichen Politikwandel durchzuführen. Auch bleibt abzuwarten, ob die Bewegung die kommende Klimakonferenz im Dezember in Chile beeinflussen kann. Conrad Wilitzki

 

Foto: CW

 

Ressort: Umwelt, Natur, Jugend, Kinder

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