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Fahrradweg nach Sputendorf wird zum Gleichnis

RANDBEMERKUNG.  Was ist ein Gleichnis? Das ist eine Geschichte, mit der man einen abstrakten Sachverhalt deutlich macht. So ein Gleichnis könnte auch die Geschichte vom Fahrradweg  Sputendorf- Ludwigsfelde sein. Die Geschichte ist schnell erzählt. Sputendorfer haben beim Bürgerhaushalt vor einigen Jahren für einen Fahrradweg nach Ludwigsfeld gestimmt. Weil an der Abstimmung kaum jemand teilgenommen hat und es viele Punkte zur Abstimmung gab, wurde der Fahrradweg tatsächlich zum Favoriten mit circa 150 Pro-Stimmen. Das nahm die Gemeindevertretung Stahnsdorf zum Anlass, den Fahrradweg zu beschließen. Aber weil auf dem Weg auch große landwirtschaftliche Maschinen fahren, musste der Fahrradweg zu einer sehr teuren veritablen Straße ausgebaut werden. Autofahrer erkannten sofort das Potential der Strecke und nutzen sie, um zur Empörung der den Weg nutzenden Fahrradfahrer von Ludwigsfeld nach Sputendorf abzukürzen. Davon hielt sie auch keine Schranke ab. Denn manche Autofahrer sind abgefeimt und öffneten die Schranke entweder mit Gewalt oder mit einem Schlüssel, den sie sich besorgten. Und worin besteht nun das Gleichnis? Es ist ein Gleichnis für  Naivität, die nicht damit rechnet, dass Bürger Straßen zum Autofahren nutzen, wenn Straßen wie Autobahnen ausgebaut werden. Ob man aus der Geschichte die richtigen Lehren ziehen wird? Die bestünde vielleicht darin, dass man Fahrradwege in Zukunft so baut, dass dort nur Fahrräder fahren können. Denn von Schranken lässt sich niemand lange aufhalten. 

Christian Kümpel

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