Schülerinnen sauer

Evangelischer Schulstandort in Teltow soll geschlossen werden

TELTOW.  Lucie Wagner und Sabrina Weiß, zwei Schülerinnen im Bereich Erzieherinnen sind sauer. Ihre Schule, die Dietrich-Bonhoeffer-Schule des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin-Teltow-Lehnin in Teltow soll ab Schuljahr 21/22 nach Hermannswerder in Potsdam gehen. Das würde sie hart treffen. Doch es geht ihnen nicht nur um sich. Für viele andere sei das ein weiter Weg. Zu weit, meinen sie. Eine Mutter von drei Kindern, die dort eine Ausbildung Erzieherin lernt, müsste zum Beispiel jeden Tag 140 Kilometer bewältigen.

Verwundert sind die jungen Frauen aber darüber, dass man ihnen zu Beginn der Ausbildung nichts über den Umzug mitgeteilt hat. Immerhin habe man schon seit Frühjahr 2020 Gespräche dazu geführt. Da hätte man ihnen schon etwas über die Planungen mitteilen können, bevor sie den Ausbildungsvertrag unterschrieben haben. Dass man nun die Ausbildung „zu den bekannten Konditionen“ fortsetzen könne, wie der Öffentlichtsbeauftragte des ev. Diakonissenhauses, Alexander Schulz, mitteilt, reiche nicht. Sie fordern vielmehr, dass alle, die im Sommer 2020 ihre Ausbildung begonnen haben, diese auch in Teltow beenden. Das sei ein Gebot der Fairness. Zu behaupten, die Schule sei zu klein, wie dass Schulz in einer Presseerklärung tut, sei im Übrigen nicht ganz richtig. In ihrer Klasse seien 40 Personen. Wenn Räume fehlten, dann könne man auch Klassen in der ev. Hoffbauer-Schule in Kleinmachnow einrichten, um den Standort zu retten. Das Problem seien eher Lehrer, die altersbedingt in Corona-Zeiten auch mal ausfallen können. Das sei ein grundsätzliches Problem. 

Um die Forderungen der Schüler und Schülerinnen zu unterstreichen, wolle man im Dezember demonstrieren. Außerdem plane man, Politiker und Politikerinnen um Unterstützung zu bitten. Denn es könne nicht sein, dass man nach dem Umzug aus der Bruno-Bürgel-Schule vor zwei Jahren nun schon wieder umziehen muss. Ganz aussichtslos ist der Versuch vielleicht nicht, den Schulstandort noch etwas länger zu halten. Immerhin muss die Kirche auch darauf achten, als glaubwürdige Einrichtung wahrgenommen zu werden, die Rücksicht nimmt auf die Menschen, die in ihren Fachschulen unterrichtet werden.

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