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Kreistag will Gesundheitsamt in Beelitz-Heilstätten

Wenn der Bau fertig ist, ist Corona vermutlich durch

POTSDAM-MITTELMARK.   Dass das Gesundheitsamt Potsdam-Mittelmark durch die Corona-Krise ziemlich überlastet ist, wurde Anlass, über eine Bündelung der Kräfte nachzudenken. So entstand die Idee, in Beelitz-Heilstätten ein Gesundheitszentrum einzurichten. Ein entsprechender Beschluss wurde am vergangenen Donnerstag vom Kreistag getroffen. Allerdings wird das Gebäude vermutlich frühstens im Sommer 2020 fertig sein, wenn überhaupt. Denn auch wenn das Vorhaben nach Baugesetzbuch privilegiert ist, müssen Verfahren eingehalten und Genehmigungen eingeholt werden. Wie es nun aussieht, könnte bis dahin Corona ausgestanden sein. Wie man heute gemeldet hat, werden nämlich wohl schon im Dezember die ersten Impfungen gegen Corona vorgenommen.

Der Stahnsdorfer Bürgermeister, Bernd Albers, hatte angesichts dieses terminlichen Lage dem Kreis angeboten, das Telekom Gelände in Stahnsdorf zu nutzen. Dies stünde eigentlich ab sofort zur Verfügung. Er weist im Übrigen darauf hin, dass die Bau-Privilegierung eigentlich nicht für Verwaltunggebäude gelte, so dass man mit einer Verzögerung rechnen müsse. Außerdem sei es aus rechtlichen Gründen erforderlich, die Genehmigung bis Ende 2020 zu erteilen. Ein sehr ambitionierter Zeitplan.               

Doch wie der stellvertretende Landrat, Christian Stein, erklärte, seien die Mitarbeiter nicht einverstanden damit, nach Stahnsdorf zu kommen. Sie wünschten sich vielmehr ein Gesundheitsamt in Beelitz-Heilstätten. Ob die Wünsche der Mitarbeiter wirklich der Grund sind für diese Entscheidung, ist schwer nachzuvollziehen. Es ist allerdings bemerkenswert, dass Mitarbeiter im Kreis darüber entscheiden, wo ihre Arbeitstelle eingerichtet wird. Ein anderer unausgesprochener Grund für diese Entscheidung könnte daher sein, dass auf diese Weise die geplante Verwaltungskonzentration in Beelitz forciert werden soll. Immerhin will die Kreisverwaltung Beelitz-Heilstätten zum Verwaltungszentrum machen, und zwar gegen Widerstände aus Bad Belzig. Der Bau des Zentrums in Modulbauweise soll dem Steuerzahler am Ende nach aktuellen Planungen 2,5 Millionen Euro kosten. 


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