Baumfällungen bei Karpowitz

Investor lässt abholzen

STAHNSDORF.  Nachdem der Investor Karpowitz Immobilien &Projektentwicklung bereits an der Potsdamer Allee alte Eichen hat abholzen lassen, wurden heute Nachmittag auch im Bereich der Parkallee circa 50 % des Baumbestands gefällt. Wie bereits berichtet, wollte der Investor ursprünglich Mehrfamilienwohnungen in diesem Gebiet errichten. Allerdings ist er mit dem Ansinnen in der Gemeindevertretung gescheitert. 

Es fragt sich deshalb, was mit der Aktion bezweckt werden sollte. Richtig ist, dass laut Waldgesetz eine Entnahme von Bäumen möglich ist. Allerdings wird Karpowitz kaum an dem Holz interessiert sein. In Gesprächen mit Beauftragten von Karpowitz wurde deutlich, dass man an dem Bauprojekt an der Upstall-Wiese festhalte. Es würden bezahlbare Wohnungen gebraucht, ob das nun gefalle oder nicht. Die Fällung unterstreiche das Ansinnen. Ines Pietsch, Fraktionsvorsitzende von Bürger für Bürger, interpretiert den Vorgang etwas anders. Sie glaubt, es gehe darum Druck auszuüben, um doch noch seinen Willen zu bekommen. In einer Presseerklärung der Gruppierung spricht man von einer Provokation. Wenn auch andere Gemeindevertreter dies so sähen, dann könnte die Geschichte eine für Karpowitz ungünstige Wendung nehmen.

Es war ursprünglich nämlich durchaus geplant, noch über einen Kompromiss nachzudenken. Nun ist auch von anderen Gemeindevertretern zu hören, dass man sich aus prinzipiellen Gründen auf nichts mehr einlasse. Denn wenn Investoren durch Baumfällungen am Ende eine Baugenehmigung erlangten, dann wäre der politischen Erpressung Tür und Tor geöffnet.

Anwohner, die das Ganze beobachten, meinten, dass sich am Ende immer der Investor durchsetze. Doch wie es aussieht, hat Karpowitz mit der Aktion die Fronten verhärtet und damit eine eher Bebauung verhindert. Zumindest wenn man dem Sprichwort glauben kann, das da heißt: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

Foto: Kü (Baumfällarbeiten Parkallee)

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