BÄKE Courier informiert

Investor droht

Bürgermeister reagiert entschlossen

STAHNSDORF.    Nachdem die Firma Karpowitz Immobilien Gesellschaft in der Parkallee und in der Potsdamer Allee sogenannte Baumpflegemaßnahmen durchführen hat lassen, gibt es nun Streit wegen zweier Kommentare des Bürgermeisters der Gemeinde, Bernd Albers. Dieser meinte auf Facebook, dass ihn der Anblick des gefällten Waldes erschüttere. In einer überregionalen Zeitung wurde er außerdem mit den Worten zitiert: „Ich bin davon überzeugt, dass nach erfolgter Beräumung die abschließende Beurteilung durch die Forstbehörde zu dem Ergebnis Kahlschlag führen muss. Alles andere würde nicht nur mich in Erstaunen versetzen und den Glauben der Stahnsdorfer an Recht und Gesetz nachhaltig erschüttern.” Ein Kahlschlag ist nach der Brandenburger Gesetzeslage verboten.

Der Investor wirft nun seinerseits in einem Schreiben dem Bürgermeister vor, zu ignorieren, dass es sich bei den Fällungen um genehmigte Pflegearbeiten gehandelt habe. Die Äußerungen des Bürgermeisters seien darüber hinaus geeignet, den Ruf der Firma, aber auch des Investors selbst zu beschädigen. Schließlich wird noch darauf hingewiesen, dass der Bürgermeister einen B-Plan zu dem Gelände eingebracht habe, der auch eine Fällung erforderlich gemacht hätte. Was der Investor jedoch nicht erwähnt: Der Verwaltung hat zwar die Beschlussvorlage zur Einleitung eines B-Plans eingebracht, aber die Gemeindevertretung hat die Vorlage mehrheitlich abgelehnt. Daher besteht kein Baurecht und auch keine Aussicht auf Baurecht. Deshalb geht es auch nur um das Thema, ob die Karpowitz Immobilien Gesellschaft zu Recht, den Wald in dieser Form abgeholzt hat und ob man die Fällaktion in dieser Form kommentieren darf. 

Karpowitz verlangt nun, dass Albers Stellung zu den Vorwürfen nimmt und Beweise vorlegt. Dafür wird eine Frist bis zum 10.03. 2021 gesetzt. Sollte diese Frist ohne Antwort verstreichen will man eine öffentlich Gegendarstellung gerichtlich durchsetzen und den Bürgermeister wegen Pflichtverletzungen anzeigen. Albers bleibt aber bei seiner Aussage und macht deutlich, dass er sich nicht einschüchtern lassen werde.

Ob nun die Worte des Bürgermeisters zu einer Rufschädigung des Unternehmes führen, wird bezweifelt. Vielmehr vermutet Stella Sander, Mitglied der Fraktion der Grünen/Linken, dass die Firma Karpowitz bereits durch die ausgedehnte Fällung in der Parkallee einen Imageschaden herbeigeführt habe. Denn die alten Buchen und Eichen seien nun unwiederbringlich verloren, ohne dass erkennbar sei, wozu sie gefällt worden sind. Dies mache viele Stahnsdorfer sehr betroffen.

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