Kita Dahlienweg

Anwohner sind sauer

STAHNSDORF.   Am Freitag Nachmittag trafen sich gegen 17.00 Uhr über 20 Anwohner des Dahlienwegs und der umliegenden Straßen. Sie sind verärgert. Gebaut werden soll an der Stelle eine zweistöckige Kita für über 150 Kinder in einer für Funktionsgebäude typischen Riegelform. Ein Grund für den Zorn der Bürger. Denn ursprünglich ging man bei der Planung von etwa 90 Kindern und eines etwas weniger bedrückenden Baukörpers aus. Die Anwohner befürchten aber insbesondere, dass die Zubringerverkehre für diese Zahl von Kindern auf dem schmalen Dahlienweg für ein Verkehrschaos sorgen werde. Man rechnet immerhin mit über 300 Fahrzeugbewegungen pro Tag, wobei die 30 Kitamitarbeiter nicht inbegriffen sind. Überhaupt stellt man sich den Begegnungsverkehr auf der schmalen Straße schwierig vor. Auch dass in der Planung nicht ausreichend an Parkplätze gedacht worden sei, wurde beklagt. Sarkastisch bemerkt eine Anwohnerin, dass die Anlieger Erschließungskosten für die Straße tragen müssten, ohne dass auch nur eine Abstellmöglichkeit vor ihrer Haustür geschaffen werde.

Auch die hohen Bäume, die die Straßen hier säumen, sind eine Ursache für die Wut. Immerhin könnten im Rahmen der erforderlichen Straßenbaumaßnahmen 50 Stück gefällt werden. Der Verwaltung wirft man bei der ganzen Projektierung vor, dass die Bürger nicht angemessen beteiligt worden seien. Aber auch die Gemeindevertreter wurden kritisiert. So meinte Martin Reiss, einer der drei Sprecher der Anwohnerschaft, die Abgeordneten hätten in den Ausschusssitzungen nicht aufgepasst, als über den Straßenausbau gesprochen wurde. Nun wünscht man sich sowohl von der Verwaltung als auch vom Gemeindeparlament, dass gemeinsam dafür gesorgt wird, den Zubringerverkehr über den Gladiolenweg und die Verlängerung Hortensienstraße zu ermöglichen. Auch sollten die Anlieger nicht im Regen stehen gelassen, was die Erschließungskosten betrifft.

Der Bürgermeister der Gemeinde, Bernd Albers, war ebenfalls anwesend. Er erklärte, dass die Gemeinde verpflichtet sei, den Kitabedarfen zu entsprechen, was die Größe der Kita erkläre. Er wies außerdem darauf hin, dass man dort bauen müsse, wo die Gemeinde Bauflächen habe. Immerhin habe die BIMA, der die Fläche rundherum gehört, kein Interesse daran gezeigt, dem Bebauungsplan noch einmal zu ändern, weshalb man auch keinen anderen Standort für die Kita anbieten könne.

Wie die Straßen nun ausgebaut werden, hänge auch von dem weiteren Verfahren ab, betonte Albers. Und dabei würden auch die Anlieger beteiligt. Der Hortensienweg werde über kurz oder lang auch über das Feld verlängert, so dass dann die Kinder auch vom aus Gladiolenweg gebracht werden könnten, versprach Albers. Allerdings konnte der Bürgermeister keine Fristen nennen. Insgesamt war der Termin sicher nicht sehr angenehm für den Rathauschef. Dass er sich jedoch einfand, um die Fragen zu beantworteten, wurde von einigen mit Respekt zur Kenntnis genommen.

Bild: Bernd Albers links und Bürger, der Protestnoten an den Baum heftet  (Foto: Kü)

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