Immer Ärger mit dem Amt

Erfahrungen eines Flüchtlings

S. (Name der Redaktion bekannt) lebt in einem der Heime in TKS. Er hat in lockerer Folge über sein Leben als Flüchtling in Deutschland berichtet. Zum Abschluss seiner Betrachtungen schreibt er über seine Erfahrung mit der Ausländerbehörde, die in Werder sitzt. Und auch hier gilt, dass seine Erfahrungen nur aus seiner Warte geschrieben worden sind. Dennoch drucken wir sie ab, weil wir denken, dass es wichtig ist, zu erfahren, was die Flüchtlinge, die so nah und doch so weit von uns wohnen, denken und fühlen. Zum Schluss möchten wir noch anmerken: Wer etwas für S. tun will, der schon lange eine Wohnung oder ein Zimmer sucht, kann sich an den BÄKE Courier wenden. Wir vermitteln sehr gerne einen Kontakt.

Christian Kümpel

 

Immer Ärger mit dem Amt

Für Flüchtlinge wie mich gibt es viele Probleme. Aber das größte Problem sind die Behörden. Und von allen Behörden, ist die Ausländerbehörde die schlimmste. Zunächst einmal sind die Mitarbeiter dort besonders unfreundlich. Liegt das an uns oder ist Unfreundlichkeit eine Voraussetzung, um in dieser Behörde zu arbeiten? Wenn man einen Termin hat, wird man gefragt, in welchem Bereich man arbeiten möchte. Wenn man dann eine Antwort gibt, dann heißt es, dass man als Flüchtling ja nicht gekommen ist, um hier zu arbeiten. Auf eine Arbeitsgenehmigung zu warten, dauert oft Monate. Wenn man dann eine Arbeitserlaubnis erhält, dann ist die drei Wochen gültig. Das macht kein Arbeitgeber mit.

Es ist nicht so, dass es uns Freude macht, unsere Zeit sinnlos verstreichen zu lassen. Aber es bleibt uns oft nichts anderes übrig. Das ärgert mich besonders, weil viele Deutsche mich fragen, warum ich denn nichts tue. Meine Erklärungen stoßen auf wenig Verständnis. Das finde ich unfair und ich frage mich manchmal, wer die Ausländerbehörde überwacht. Vermutlich ist es der Landkreis und der Landrat. Aber ich habe wirklich nicht den Eindruck, dass er sich mit diesem Thema befasst.

Er hat vielleicht andere Sorgen. Aber so ändert sich eben nichts. Und der Teufelskreis dreht sich weiter: Die Deutschen halten uns für faul und wir denken, die Deutschen wollen uns nicht arbeiten lassen. Für ein Land, das sich als Einwanderungsland bezeichnet, ist das schon irgendwie merkwürdig.

S.

Bild von Pixaline auf Pixabay

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