Germany´s Next Topmodell

Ein Kommentar

DEUTSCHLAND.   Heidi Klums Modells zeigen sich in der 17. Staffel. Diesmal dabei: Lena aus Teltow. Die 21-Jährige ist nicht unbedingt das, was man sich unter schlank vorstellt. Aber da seit einiger Zeit Verschiedenartigkeit Trumpf ist, passt sie wohl gut in die Diversity-Auswahl. Immerhin haben ja auch schon Transsexuelle bei dem Wettbewerb mitgemacht. Ebenfalls an Bord der HMS Vielfalt: eine 68-Jährige und eine eher Kleinwüchsige sowie junge Damen mit exotischen Namen wie Noëlla.

Das Konzept bei der Show ist unverändert: Unterschiedliche Aufgaben, die gelegentlich jeden guten Geschmack vermissen lassen, sollen für Spannung sorgen. Dazwischen ein bisschen Einblick in das eher unterkomplexe Seelenleben der Teilnehmer, das, wenn möglich, gewürzt wird mit Zickenalarm. Über allem thront eine Heidi Klum, die mit einer gekonnten Mischung aus scheinbarer Fürsorglichkeit und Sadismus für Stimmung sorgt.

Laut TAZ ist es noch keinem Sieger gelungen, wirklich Topmodell zu werden. Darum geht es auch nicht. Eher darum in der Show die Befriedigung unserer niederen Instinkten zu ermöglichen. Wir erleben ein bisschen Schadenfreude, erhalten eine Prise Voyeurismus und dürfen uns gelegentlich gepflegt empören. Mit anderen Worten, es handelt sich um wirklich gutes Affektfernsehen. Die Teilnehmer sind dabei Stars im Sinne des Künstlers Andy Warhol, der einmal sagte: In Zukunft wird jeder einmal 15 Minuten berühmt sein. Und so steht wohl jetzt schon fest, dass auch Lena aus Teltow schon bald wieder in der Lethe, dem Fluss des Vergessens, versinken wird.

Christian Kümpel

Bild: Heidi Klum bei Madame Tussaud (Foto Pixabay)

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