Für wen macht man Politik?

Ein Kommentar

Es wurde jüngst behauptet, die Zusammenarbeit zwischen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf wäre gestört. Als Störenfried wird der Bürgermeister der Gemeinde Stahnsdorf identifiziert. Worin läge seine Schuld? Bei dem gemeinsamen Bauhofprojekt hat er versucht, die Interessen seiner Gemeinde zu wahren. Deshalb hat er gegen das Projekt opponiert. Und nun, da es trotz seines Widerstands umgesetzt wird, stellt man fest: Der Mann hatte recht. Das Projekt ist für Stahnsdorf eine teure Bürde.

Bei dem Thema Industriemuseum TKS hat die Verwaltung der Gemeinde einen Ausstieg aus der gemeinsamen Finanzierung angeregt. Immerhin hat Stahnsdorf 30 Millionen Schulden. Das Industriemuseum ist nicht sehr nachgefragt. Pro Jahr schafft man kaum 500 Euro Einnahmen durch Eintrittsgelder. Das Interesse ist also eher mau. Doch die Stahnsdorfer Gemeindevertreter machten ihm einen Strich durch die Rechnung.

Auch die Akademie Zweite Lebenshälfte, finanziert von allen Kommunen, wurde in Frage gestellt. Immerhin hat man in Stahnsdorf jetzt selbst einen Seniorentreff. Auch dieses Mal aber war die Mehrheit der Stahnsdorfer Gemeindevertreter gegenteiliger Ansicht.

Nun der Versuch sich von der Verpflichtung zu befreien, die Feuerwehr in Teltow mitzufinanzieren, von der man glaubt, dass das Land dafür die Mittel bereitstellt, indem es das Mittelzentrum Teltow jedes Jahr mit 800.000 Euro zusätzlich unterstützt. Auch hier scheint Bürgermeister Albers keine Mehrheit in Aussicht zu haben.

Doch nun heißt es von Seiten der anderen Gemeinden, er würde die gute Zusammenarbeit in TKS beschädigen. Wie bitte? Seine Kommunikation mag vielleicht nicht allen gefallen. Aber so zu tun, als würden die Bürgermeister von Kleinmachnow und Teltow auch Stahnsdorf im Blick haben, wenn sie handeln, muss man nicht glauben. Hier geht es um knallharte Interessen, die nun durch dem Begriff Zusammenarbeit verkleistert werden.

Alle Akteuere sind in erster Linie ihren eigenen Kommunen verpflichtet. Und das ist auch richtig so. Denn die Bürgermeister werden von den Bürgern gewählt, um der eigenen Kommune zu dienen. Bürgermeister Bernd Albers handelt entsprechend. Genauso, wie andere an seiner Stelle handeln müssten. Die Frage wäre allerdings, ob das alle Gemeindevertreter in Stahnsdorf verstehen.   

Christian Kümpel

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