Heime und Menschenwürde

Ein Kommentar

Wenig überraschend stellten jüngst Juristen aus Halle fest, dass große Gemeinschaftsunterkünfte wie das in Stahnsdorf, wo fast 300 Menschen zusammen –nennen wir es wohnen – gegen Menschenrechte verstießen. Die Gründe: keine Privatsphäre, Trennung von der Bevölkerung, Gefährdung durch andere Heiminsassen und anderes. Im Übrigen widerspreche diese Form der Unterbringung auch europarechtlichen Regelungen. So die linksliberale „Zeit“. Gefordert werden deshalb dezentrale, kleinere Unterkünfte.

Juristen und Zeitungen können mit ihrem Sachverstand nicht nur Gesetzesverstöße feststellen, wo andere nur Unterbringung sehen, sondern auch Forderungen aufmachen. Immerhin tragen sie keine Verantwortung. Natürlich wird sich aber nach dem Statement nichts ändern. Wie könnte es das? Es kommen immer mehr Flüchtlinge. Und der Wohnraum ist knapp. Dieser Staat kann aber nicht tausende Wohnungen für Flüchtlinge bauen. Ihm fehlt dafür das Geld.

Doch bemerkenswert ist, dass man sich durch diese Flüchtlingspolitik selbst in eine Situation gebracht hat, in der einem bescheinigt wird, Recht zu brechen, und zwar nicht nur was die Form der Unterbringung betrifft. Und so erscheint es nur logisch, dass immer mehr Menschen denken: Gesetze und Recht sind doch eigentlich egal. Denn man kann und will sich sowieso nicht daran halten.

Herzlich

Christian Kümpel

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