Besuch auf der Skaterbahn

Was sich die Nutzer  wünschen 
STAHNSDORF.  Im letzten Sozialausschuss der Gemeinde Stahnsdorf kam wieder einmal das Thema Aufenthaltsort für Jugendliche in Stahnsdorf auf. Man wolle ein Häuschen bauen, in dem man sich treffen könne. Das sei der Wunsch der Jugendlichen in dem Ort, glaubt man. Doch was sagen die Besucher der Bahn?

Die Skaterbahn in Stahnsdorf hinter dem Flüchtlingsheim in der Ruhlsdorfer Straße ist am Sonntag Nachmittag mäßig besucht. Zwei junge Damen, vielleicht so um die 15 Jahre alt, sitzen auf der Wiese neben der Bahn. Gefragt, woher sie kommen, antworten sie: “Wir kommen aus Berlin. Hier können wir skaten. Wo wir wohnen ist das nicht möglich.” Ein mögliches Häuschen für Jugendliche halten sie für eine gute Idee, zumal sich dann Flüchtlinge und andere Jugendliche treffen können.

Ganz in der Nähe sitzt ein Pärchen. Die junge Frau aus Teltow, die neben ihrem Berliner Freund hockt, hält eher wenig vom Häuschen. Wichtig sei ihr etwas anderes. Sie meint, dass es an Beleuchtung fehle. Man müsse hier richtig Angst haben, weil die Wildschweine ihr Unwesen treiben. In der Nacht sei es zum Fürchten. Weder der Weg zur Bahn selbst noch die Anlage seien beleuchtet. Zwei Väter aus Teltow und Berlin, die ihre Kinder begleiten und etwas abseits zuschauen, sind soweit zufrieden. Dass die Gemeinde Stahnsdorf neben der Skaterbahn noch eine Art Aufenthaltshäuschen für Jugendliche bauen will, sehen sie allerdings kritisch. Sie befürchten in dem Häuschen allerlei Vermüllung und Vandalismus, wenn es keine Aufsicht gebe.

Nicht weit von der Anlage ist das Heim. Dort befindet sich direkt nebenan ein alter verlassener Parkplatz, auf dem ein komplettes Sofaensemble steht, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Dort sitzen drei Flüchtlinge und trinken Bier. Die Anlage interessiert sie nicht, denn sie hätten andere Probleme. Sie wohnen schon seit sechs Jahren in der Einrichtung und seien unzufrieden. Allerdings meinen sie, dass es auch viele Kinder im Heim gebe. Die könnten damit vielleicht etwas anfangen.

Einige von ihnen waren tatsächlich an der Skaterbahn anzutreffen. Allerdings ohne Skateboards. Das war dann noch ein Wunsch, der geäußert wurde. In Berlin gebe es immer Gerätschaften wie BMX-Räder, die man benutzen könne. Denn ein Verein betreue die Anlage und sorge nicht nur für Ordnung, sondern dafür, dass alle mal mit Skate-Boards und Fahrrädern die Anlage benutzen können. Ob darüber noch in der Gemeindevertretung diskutiert wird, hängt sicher auch von den Kosten ab.

 

Foto: Skaterbahn Stahnsdorf Kü

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