Stahnsdorfs Bürgerhaus-Dilemma

Ein Beschluss von 2013 und die Folgen

STAHNSDORF.   Mit dem erfolgten Umzug der Freiwilligen Feuerwehr in ihr neues Quartier in der Annastraße wurde in Stahnsdorf eine zentrale Immobilie frei: die alte Feuerwache am Dorfplatz. Doch während ein über zehn Jahre alter Beschluss der Gemeinde hier ein Bürgerhaus vorsieht, wachsen bei einigen die Zweifel an der Eignung des Standorts.

Die Grundlage der aktuellen Debatte bildet ein Grundsatzbeschluss der Gemeindevertretung aus dem Dezember 2013. Damals wurde festgelegt, dass das Gebäude der alten Feuerwache nach dem Auszug der Einsatzkräfte zu einem Bürgerhaus umgenutzt werden soll. Ein Banner am Gebäude erinnert bis heute an dieses Vorhaben: „Hier entsteht ein Bürgerhaus“.

Obwohl der Beschluss formal besteht, mehren sich die Stimme, die eine Kurskorrektur fordern. Im Zentrum der Kritik steht vor allem die mangelnde Infrastruktur rund um den Dorfplatz: Der Standort verfügt über keinen direkten Anschluss an das Busnetz. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ist der Weg zum potenziellen Gemeindezentrum somit beschwerlich. Kritiker argumentieren, dass ein Bürgerhaus dort entstehen sollte, wo die Menschen im Alltag zusammenkommen.

Neben der Erreichbarkeit sorgt die finanzielle Machbarkeit für Fragen. Nach Einschätzung einiger Gemeindevertreter dürften die Kosten für einen funktionsgerechten Umbau massiv ausfallen. Um die alte Wache in eine moderne, barrierefreie Begegnungsstätte zu verwandeln, sind aufwendige Eingriffe in den Brandschutz, die Statik und die energetische Sanierung nötig. Angesichts der bereits hohen Investitionen in Großprojekte wie die Lindenhof-Grundschule und das neue Feuerwehrdepot mahnen viele zur Haushaltsdisziplin.

Die Diskussion hat die Suche nach Alternativen neu entfacht. Immer wieder fällt der Name Edeka als möglicher Standort, der zentraler gelegen ist. Denn der Edeka am Güterfelder Damm soll mittelfristig aufgegeben werden.  

Soll man also an dem alten Plan von 2013 festhalten, um ein langjähriges Versprechen einzulösen, oder muss man sich eingestehen, dass sich die Rahmenbedingungen geändert haben? Die kommenden Sitzungen werden zeigen, ob der Beschluss gekippt oder durch ein neues Nutzungskonzept ersetzt wird. Doch ob eine Fraktion oder mehrere Fraktionen gemeinsam einen Beschluss einbringen, um die Diskussion in Gang zu setzen, bleibt abzuwarten.

Bild: alte Feuerwache  (Bild Kü)

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