Keine Lamas mehr in Stahnsdorf?

Bauausschuss sagt nein zu Verbleib

STAHNSDORF.  Die Bewohner des alten Dorfplatzes scheinen mehr Einfluss auf die Kommunalpolitik zu haben, als man sich das so gemeinhin vorstellt. Denn eine deutliche Mehrheit hat im Bauausschuss gegen einen weiteren Verbleib der Lama/Alpaka-Farm am Dorfplatz gestimmt. Und dies, obwohl eigentlich nichts gegen den Verbleib spricht außer die Geruchsbelästigung.

Die Behörden habe jedenfalls im Widerspruch verfahren festgestellt, dass die Lamas und Alpakas am Dorfplatz 7 in Stahnsdorf bleiben dürften, weil sie „braver“ und leiser sind als Pferde. Für drei Pferde gibt es bereits eine Genehmigung zur Haltung am Dorfplatz. Eine Abweichung durch Lamas wird als gering eingestuft: Die Begründung lautet:

  • Geringere Emissionen: Lamas und Alpakas sind kleiner als Pferde. Sie stampfen leiser, wiehern nicht (ihr Warnruf ist viel seltener) und verursachen durch ihre festen „Klostellen“ deutlich weniger Geruch als Pferde.
  • Kein störendes Gewerbe: Das Therapiezentrum gilt als „nicht störender Gewerbebetrieb“. Es gibt keine Laufkundschaft, sondern nur feste Termine für kleine Gruppen (max. 12 Personen).
  • Ruhe-Konzept: Da es um Therapie geht, ist das Ziel ohnehin Stille und Entspannung. Lautstarke Patienten oder Motorenlärm durch Busse gibt es nicht; die Anreise erfolgt privat oder per ÖPNV.
  • Städtebaulich passend: Die ursprüngliche Planung (B-Plan) wollte die Pferdehaltung nur deshalb festschreiben, um den dörflichen Charakter zu sichern. Da die Lama-Therapie dem Wohngebiet genauso wenig schadet wie Pferde, ist die Abweichung rechtlich zulässig. 

Kurz: Die Tiere passen ins Wohngebiet, stören die Nachbarn nicht mehr als die vorherigen Pferde und dienen einem guten Zweck.

Doch die Gemeindevertreter der Parteien und Wählergruppierungen mit Ausnahme der AfD sahen das anders. Entschieden wird nun im Hauptausschuss. Ob sich die Meinung noch einmal ändert, das bleibt abzuwarten. Doch wie es aussieht, ist Stahnsdorf bald um eine Attraktion ärmer.

Bild: Lamas  (Foto Pixabay)

 

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