Gemeinsamer Bauhof TKS

Personalkosten steigen um rund 55 Prozent

REGION. Was passiert, wenn eine Leistung nur bei einem einzigen Anbieter nachgefragt werden darf? Sie wird teurer. Monopole können Preise weitgehend unabhängig gestalten, da der fehlende Wettbewerb den Verbrauchern – in diesem Fall den Kommunen – jede Ausweichmöglichkeit nimmt. Diese enorme Marktmacht bekommt die Region TKS nun deutlich zu spüren.

 Im Jahr 2017 verständigten sich Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf auf die Gründung des Zweckverbands Bauhof TKS. Um dessen Bestand wirtschaftlich abzusichern, wurde in der Satzung festgeschrieben, dass bestimmte Leistungen exklusiv beim Verband beauftragt werden müssen. Die Folge dieser künstlich geschaffenen Monopolstellung: Die beteiligten Kommunen können nicht mehr auf den freien Markt ausweichen. Sie stehen vor der Wahl, entweder die massiv steigenden Preise zu akzeptieren oder die Leistungen für die Bürger spürbar zu reduzieren.
 
Drastische Preisentwicklung ab 2026
Wie massiv die Kostensteigerungen ausfallen, belegt eine aktuelle Tabelle des Zweckverbands für die Gemeinde Stahnsdorf. Lag der Verrechnungssatz für eine Arbeitsstunde im Jahr 2018 noch bei moderaten 35,45 Euro, soll dieser Wert bis zum Jahr 2026 auf 55,02 Euro klettern. Das entspricht einer Steigerung von über 55 Prozent innerhalb weniger Jahre.
 
Politisches Dilemma und psychologische Barrieren
Theoretisch könnte der Bauhof ab 2027 wieder abgewickelt werden, sollte die Kostenlast untragbar werden. Doch das setzt voraus, dass die Gemeindevertreter eine Fehlentscheidung eingestehen. Da viele der damaligen Entscheidungsträger noch immer im Amt sind, gilt ein solcher Schritt als unwahrscheinlich.
 
Die Sozialpsychologie liefert hierfür eine Erklärung: Falsche Beschlüsse werden oft wider besseres Wissen aufrechterhalten. Man möchte sich selbst und der Wählerschaft beweisen, dass die ursprüngliche Richtung korrekt war; ein Abbruch wird als Eingeständnis von Inkompetenz gefürchtet. Hinzu kommt das Argument der „Sunk Costs“ (versunkene Kosten): Da der Bau des gemeinsamen Bauhofs über 15 Millionen Euro verschlungen hat, scheuen Politiker davor zurück, diese Investitionen durch eine Auflösung des Zweckverbands faktisch abzuschreiben. Ob der politische Mut für eine solche Korrektur im Sinne der Steuerzahler aufgebracht wird, bleibt also fraglich.
 
 
Bild: Symbolbild (Foto: Pixabay)
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