Logistik-Riese statt Mittelstand?

BI unterm Dach von SputendorferGrün e.V.

STAHNSDORF.   Der geplante Verkauf des Gewerbeparks „GreenPark“ an den Konzern Prologis versetzt Stahnsdorf in Aufruhr. Während über 100 lokalen Firmen gekündigt wurde, formiert sich ziviler Widerstand gegen drohende Lkw-Lawinen und massive Hallenbauten.

In der Gemeinde Stahnsdorf bahnt sich ein struktureller Umbruch mit weitreichenden Folgen an. Der traditionsreiche Gewerbepark an der Ruhlsdorfer Straße steht vor dem Verkauf an den weltweit agierenden Logistikfirma Prologis. Was für Investoren nach einem großen Deal klingt, bedeutet für rund 120 ansässige mittelständische Betriebe und deren 500 Mitarbeiter das Aus: Ihnen wurde bereits gekündigt.

Hinter den Kulissen tobt ein politischer Richtungsstreit um die künftige Nutzung des Areals. Prologis plant dort den Bau von vier gigantischen Logistikhallen mit einer Gesamtfläche von rund 100.000 Quadratmetern – in unmittelbarer Nachbarschaft zu bestehenden Wohngebieten. Kritiker und Experten des kommunalen Verkehrsressorts warnen vor den Folgen: Ein Logistikzentrum dieser Größenordnung, das Kunden wie Amazon oder DHL bedient, würde täglich hunderte zusätzliche Lkw-Fahrten generieren.

Da eine effektive Verkehrslenkung für Lkw rechtlich kaum durchsetzbar ist, befürchten Anwohner ein dauerhaftes Verkehrschaos. Betroffen wären nicht nur die Ruhlsdorfer Straße und der Güterfelder Damm, sondern das gesamte Ortsnetz bis hin zur Schleusenbrücke in Kleinmachnow. Ein Dauerstau am „Stahnsdorfer Hof“ scheint unter diesen Bedingungen unausweichlich.

Die Fronten in der Gemeindevertretung sind verhärtet. Bürgermeister Bernd Albers sowie die Fraktionen von „Bürger für Bürger“ (BfB) und Linke/Grüne setzen sich für eine Veränderungssperre ein. Ihr Ziel: Die jetzige kleinteilige Gewerbestruktur zu erhalten und eine Überlastung der Infrastruktur zu verhindern.

Dem gegenüber steht ein gemeinsamer Vorstoß von CDU/FDP und SPD. Diese brachten einen Bebauungsplan ein, der den Weg für das Logistikzentrum ebnen würde. Bürgervertreter kritisieren, dass sachliche Warnungen der Verwaltung in den jüngsten Ausschuss-Sitzungen ignoriert wurden.

Um den betroffenen Bürgern eine Stimme zu geben, hat die neu formierte „Bürgerinitiative GreenPark für ein lebenswertes Stahnsdorf“ jetzt unter dem Dach des Vereins SputendorferGrün Stahnsdorf e.V. die Arbeit aufgenommen. „Dieses Thema betrifft mit seinen Auswirkungen und Dimensionen alle Stahnsdorfer“, heißt es seitens des Vorstands.

Die Initiative lädt nun zu einer Informationsveranstaltung ein: Infoabend mit Bürgermeister Bernd Albers am 25. Februar 2026 um 19.00 Uhr im großen Sitzungssaal im Rathaus (Annastraße, 2. OG.

Die Weichenstellung für die Zukunft des Standorts steht dabei aus Sicht der Bürgerinitiative unmittelbar bevor. Am 3. März 2026 um 18:30 Uhr entscheidet der Bauausschuss im Rathaus über die weiteren Pläne. Die BI ruft die Stahnsdorfer dazu auf, durch Anwesenheit bei dieser öffentlichen Sitzung ein deutliches Zeichen für ein lebenswertes Stahnsdorf zu setzen.

PM

Bild: Symbolbild  (Pixabay)

 

 

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