AfD/FB-Fraktion fordert ergebnisoffene Prüfung
Solar-Großprojekt mit Nebenwirkungen
TELTOW. Die Pläne der Fernwärme Teltow GmbH (FWT) für ein ambitioniertes Solarthermie-Projekt in der Ernst-Schneller-Straße stoßen auf politischen Widerstand. Die Fraktion AfD/FB in der Stadtverordnetenversammlung Teltow hat am 12. Januar 2026 einen Änderungsantrag eingereicht, der statt des geplanten Grundsatzbeschlusses zunächst eine umfassende und ergebnisoffene Prüfung des Vorhabens fordert.
Das Vorhaben, das die Fernwärmeversorgung im Rahmen eines Transformationsplans klimaneutraler gestalten soll, sieht den Bau einer Solarthermie-Anlage in Kombination mit einem saisonalen Erdbecken-Wärmespeicher vor. Die geplanten Maße sind beachtlich: Auf einer Fläche von etwa 180 mal 43 Metern soll ein fünf Meter tiefes Becken entstehen.
Die AfD/FB-Fraktion warnt jedoch davor, zum jetzigen Zeitpunkt einen bindenden Grundsatzbeschluss zu fassen. Ein solcher Beschluss binde erhebliche Ressourcen der Verwaltung, ohne dass die Realisierbarkeit abschließend geklärt sei.
Die Fraktion hebt in ihrem Antrag mehrere kritische Punkte hervor:
Nachbarschutz: Anwohner der Oskar-Pollner- und Ernst-Schneller-Straße müssten mit einem bis zu 3,50 Meter hohen Schutzwall und großflächigen Modulen vor ihrer Haustür rechnen. Die Fraktion befürchtet langwierige Rechtsstreitigkeiten und Normenkontrollverfahren, die das Projekt um Jahre verzögern könnten.
Umweltrisiken: Beim Aushub von rund 40.000 m³ Erde drohen Probleme mit Bodenbelastungen. Sollte die Erde belastet sein, müssten bis zu 3.000 Lkw-Fahrten durch Wohngebiete und vorbei an der Anne-Frank-Grundschule zur Deponie erfolgen.
Standortwahl: Während vergleichbare Speicher in anderen Bundesländern oft am Ortsrand liegen, entstünde in Teltow eine Anlage dieser Größe in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung.
Neben den ökologischen und rechtlichen Bedenken stellt die Fraktion auch die finanzielle Planung infrage. Angesichts von Investitionen im Millionenbereich müssten die Amortisation und die Auswirkungen auf die Fernwärmepreise genauestens geprüft werden. Zudem sei die Anlage auf 30 bis 50 Jahre ausgelegt, was eine spätere Rückbau-Option faktisch ausschließe.
Ob die anderen Fraktionen dem Prüfauftrag zustimmen oder am direkten Grundsatzbeschluss festhalten, wird sich in den kommenden Sitzungen der Gremien zeigen.
PM
Bild: Symbolbild (Pixabay)


