Kritik an Stahnsdorfer Mitfahrbänken
Bänke kaum genutzt
STAHNSDORF. Fünf Mitfahrbänke wurden in der Gemeinde Stahnsdorf im Januar 2023 auf Anregung der SPD, Linken und Grünen mit klaren verkehrspolitischen und sozialen Zielen aufgestellt:
Sie sollten als flexible Ergänzung zum klassischen ÖPNV dienen. Das Ziel war es, insbesondere Menschen ohne eigenes Auto (wie Jugendlichen oder Senioren) in schwächer angebundenen Ortsteilen oder Siedlungsgebieten wie Kienwerder, Güterfelde, Schenkenhorst und Sputendorf zusätzliche Mobilität zu ermöglichen.
Die Initiatoren wollten den nachbarschaftlichen Zusammenhalt fördern. Das gemeinsame Fahren sollte dazu beitragen, dass sich die Ortsnachbarn untereinander besser kennenlernen.
Durch das Teilen von Autofahrten sollte der Individualverkehr effizienter genutzt und die Schadstoffbelastung gesenkt werden.
Geringes finanzielles Risiko: Die Anschaffung war für die Gemeinde wirtschaftlich attraktiv. Von den Gesamtkosten in Höhe von 9.000 Euro übernahm das Brandenburger Infrastrukturministerium 80 % (7.200 Euro) aus Lottomitteln. Der Eigenanteil von Stahnsdorf lag somit bei lediglich 1.800 Euro.
Die Anfrage der AfD zu den Mitfahrbänken offenbart allerdings ein enttäuschendes Bild. In Grunde weißt die Verwaltung nicht, wie die Nutzung tatsächlich ausfiel. Man räumt aber ein, dass die Mitfahrbänke im Grunde ein Flop sind. Das entspricht auch der Beobachtung vor Ort. Man sieht praktisch nie jemand auf den Bänken sitzen. In der Antwort der Verwaltung steht unter anderem: „Mutmaßlich ist das im ländlichen Raum entstandene Modell für den dichtbesiedelten urbanen Metropolenraum weniger geeignet.“ Gemutmaßt wird, dass die mangelnde Nutzung an der Anonymität liege.
Man nimmt eben nur Leute mit, die man kennt. Bevor es eine Umwidmung und Umsetzung der Bänke gäbe, müsste geprüft werden, ob man die Bänke überhaupt umsetzen darf. Vor 2028 jedenfalls kaum. Denn dann wäre die Gemeinde in der Pflicht, die Fördermittel zurückzubezahlen. Man darf also zusammenfassend sagen, die oben genannten hehren Ziele sind nicht erreicht worden. Tröstlich ist dabei nur, die Kosten für den Flop sind für Stahnsdorf überschaubar. Dennoch ist schade, dass die Lottomittel nicht sinnvoller ausgegeben wurden.
PM/Kü
Bild: Symbolbild (Foto Pixabay)


