Wer baut eigentlich die S-Bahn?
Ein Blick hinter die Kulissen von i2030
REGION. Viele Bürger in Stahnsdorf und Teltow fragen sich: Warum dauert der Bau einer S-Bahn-Verlängerung über Teltow nach Stahnsdorf so lange und wer entscheidet eigentlich was? Hinter dem Projekt steht eben kein einzelnes Unternehmen, sondern ein komplexes Räderwerk aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Das Herzstück dieses Vorhabens ist dabei das Projektbündnis i2030.
Damit Berlin und Brandenburg zusammenwachsen, haben sich die beiden Bundesländer, die Deutsche Bahn und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zusammengeschlossen. Unter dem Namen i2030 planen sie gemeinsam den Ausbau des Schienennetzes.
Die Rollenverteilung: Wer macht was?
- Die Geldgeber (Berlin & Brandenburg): Die Landesregierungen sind die „Besteller“. Sie entscheiden auf politischer Ebene, welche Strecken (wie die S25 Süd nach Stahnsdorf) Priorität haben und stellen die finanziellen Mittel für die Planung bereit. Am Ende wird allerdings auch der Bund erhebliche Mittel aufwenden, vorausgesetzt die Strecke ist wirtschaftlich vertretbar.
- Der Koordinator (VBB): Der Verkehrsverbund sitzt in der Mitte. Er moderiert zwischen den Ländern und der Bahn, prüft die Wirtschaftlichkeit und sorgt dafür, dass die S-Bahn später in den Fahrplan von Bussen und Regionalbahnen passt.
- Der Bauherr (DB InfraGO): Als Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn ist sie für das „Betonmischen“ und Gleiseverlegen zuständig. Sie erstellt die technischen Pläne und reicht diese zur Genehmigung ein.
- Der Prüfer (Eisenbahn-Bundesamt): Bevor der erste Spatenstich erfolgt, muss diese staatliche Behörde grünes Licht geben. Sie prüft, ob alle Sicherheits- und Umweltauflagen erfüllt sind.
Ganz oben in der Hierarchie steht der Lenkungskreis. Hier treffen sich die Verkehrsministerin von Berlin und der Infrastrukturminister von Brandenburg mit den Chefs der Bahn und des VBB. Zweimal im Jahr werden hier die Weichen gestellt: Welche Variante wird gebaut? Wie wird die Finanzierung gesichert? Nur wenn hier Einigkeit herrscht, geht es auf der Baustelle weiter.
Wo bleibt der Bürger?
Damit die Interessen der Menschen vor Ort nicht untergehen, gibt es Begleitgremien und Bürgerinitiativen wie „Pro S-Bahn Stahnsdorf“. Der Sprecher Ole Grassow, der von der Deutschen Bahn beschäftigt wird, fungiert hier als wichtiges Bindeglied, um die Forderungen der Bürger direkt an die Planer und die Politik heranzutragen.
Fazit: Der Bau einer S-Bahn ist ein Marathon, bei dem viele Akteure im Gleichschritt laufen müssen. Vom politischen Willen in den Ministerien bis zum technischen Entwurf der Ingenieure – erst wenn alle Zahnräder ineinandergreifen, rollt am Ende der erste Zug in den Bahnhof Stahnsdorf.
PM/Kü
Bild: Symbolbild (Foto Pixabay)


