Bürger diskutieren Zukunft des S-Bahn-Umfelds

Lob für Brücken, Kritik am fehlenden Zentrum

STAHNSDORF.  Wie soll das neue Quartier rund um den künftigen S-Bahn-Anschluss in Stahnsdorf aussehen? Zu dieser Frage hat Thomas Ehrich, der engagierte Vorsitzende des Vereins Pro S-Bahn, am gestrigen Abend zu einer Nachlese des städtebaulichen Wettbewerbs in das Restaurant Castagno eingeladen. Rund 40 interessierte Gäste folgten der Einladung, um gemeinsam die Stärken und Schwächen der vorliegenden Entwürfe zu analysieren.

In konstruktiver Atmosphäre erarbeiteten die Teilnehmer eine klare Liste von positiven und negativen Gestaltungsmerkmalen. Besonders gut kamen dabei die Pläne für die Begrünung an: Lob gab es für die vorgesehenen zwei Fußgängerbrücken, die künftig für sichere und kurze Wege sorgen sollen.

Kritik übten die Anwohner hingegen an der städtebaulichen Struktur. Ein echtes, lebendiges Ortszentrum werde in den aktuellen Entwürfen schmerzlich vermisst. Als positives Gegenbeispiel wurde der Rathausmarkt im benachbarten Kleinmachnow genannt, der als Vorbild für einen gelungenen Ortskern dienen könnte. Zudem äußerten die Anwesenden den klaren Wunsch nach einer niedrigen Bebauung, die sich harmonisch in das Stahnsdorfer Ortsbild einfügt. Ebenfalls kritisch wurde die Bürobebauung gesehen, von der man glaubt, sie finde keine Nachfrage.

Einig war man sich, dass eine Buszufahrt von der Sputendorfer Straße nicht gewünscht ist, während Dietmar Otto, Gemeindevertreter der SPD, auf die fehlende Berücksichtigung des Bahnhofs „Iserstraße“ bei der Planung hinwies. Die Erkenntnis, dass der geplante Bahnhofsbau in der Nähe der Iserstraße den Siegerentwurf obsolet machen könnte, führt zu der Einschätzung, dass trotz möglicher Änderungen keine grundlegenden Abweichungen vom Düsseldorfer/Freiburger Entwurf zulässig sind. Der siegreiche Städte- und der Landschaftsplaner kommen aus den genannten Orten.

Die gesammelten Ergebnisse dieses Abends werden nun strukturiert und der Verwaltung der Gemeinde Stahnsdorf übergeben. Der Verein und die engagierten Bürger hoffen, dass diese Impulse aus der Bevölkerung rechtzeitig Berücksichtigung finden und direkt in die weitere Gesamtplanung einfließen. Bezeichnenderweise ist allerdings noch kein Investor bekannt, der den Entwurf umsetzt.

Bild: Kritikpunkte   (Foto Kü)

 

Facebook
Twitter
LinkedIn