Katerstimmung in TKS

Wie die Region das bittere WM-Aus verarbeitet

TKS – Es lief die 121. Minute im Elfmeterschießen, als der finale Ball den Weg ins Netz verfehlte und der Traum vom WM-Titel 2026 für Deutschland jäh zerplatzte. Nach dem dramatischen 3:4-Debakel gegen Außenseiter Paraguay herrscht am Morgen danach auch in der TKS-Region lähmende Leere. Wo Stunden zuvor noch geschrien, gezittert und gehofft wurde, macht sich nun tiefe Katerstimmung breit.

Ob beim gemeinsamen Grillen im Kleinmachnower Garten, in den Kneipen der Teltower Altstadt oder beim privaten Public Viewing in Stahnsdorf, die Emotionen fuhren Achterbahn. Als Kai Havertz die Nationalelf tief in der Nachspielzeit noch in die Verlängerung rettete, bebte die Region vor Erleichterung.

Doch das späte Glück hielt nicht. Als der entscheidende Elfmeter vergeben war, schlug die Hoffnung schlagartig in blankes Entsetzen um. Das Sechzehntelfinale wird zum Endbahnhof einer Reise, die eigentlich ganz anders enden sollte.

In den lokalen Fankreisen und den sozialen Medien der Region kochen die Diskussionen am Tag nach dem Aus hoch. Das Hauptthema: Der VAR. Das in der Verlängerung aberkannte Kopfballtor von Jonathan Tah sorgt für massiven Unmut. Viele Fans in TKS teilen die harte Kritik von Bundestrainer Julian Nagelsmann, der nach Abpfiff deutliche Worte für die Schiedsrichterentscheidung fand.

Gleichzeitig regiert in den lokalen Sportvereinen der Realismus. In den Vereinsheimen ist man sich einig: Ein Team mit diesen Ambitionen hätte das Spiel gegen Paraguay niemals in die Verlängerung gehen lassen dürfen. Die spielerische Ideenlosigkeit wird ebenso schonungslos seziert wie das bittere Ende einer Ära – der direkt nach dem Spiel verkündete DFB-Abschied von Torwart-Ikone Manuel Neuer setzt dem Abend die traurige Krone auf.

Deutschland ist raus, doch Kanzler Merz erklärte, man sei könne stolz sein. Auch das sorgt für Verbitterung. Aber die Weltmeisterschaft läuft weiter. Für die lokalen Veranstalter stellt sich nun die Frage, wie mit den geplanten Events am kommenden Wochenende umgegangen wird. Man kann nur empfehlen, König Fußball weiter zu huldigen. Und für alle, die noch traurig sind, ein Zitat von Nelson Mandela: „Ich verliere nie. Entweder ich gewinne oder ich lerne.“

PM/Kü

Bild: Symbolbild   (Foto Pixabay)

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