Pro S-Bahn e.V. bewertet Siegerentwurf

Bürgerdialog im Castagno

STAHNSDORF.   Der geplante S-Bahn-Anschluss für Stahnsdorf biegt auf die Zielgerade ein. Ein zentraler Meilenstein auf diesem Weg war der kürzlich entschiedene städtebauliche Wettbewerb für das neue Bahnhofsumfeld. In seiner jüngsten Sitzung hat der Vorstand des Vereins Pro S-Bahn Stahnsdorf e.V. die Ergebnisse sowie den Siegerentwurf intensiv analysiert und ausgewertet. Das Fazit fällt grundsätzlich positiv aus, allerdings sieht der Verein an entscheidenden Stellen noch erheblichen Nachbesserungsbedarf im Sinne der Bürger.

Insgesamt 30 eingereichte Entwürfe von verschiedenen Architekturbüros spiegeln die enorme Bedeutung dieses Großprojekts wider. Der Verein lobt den gesamten Wettbewerbsprozess und die gezeigte Bandbreite an kreativen Ideen. Besonders erfreulich war das rege Publikumsinteresse an den drei Besuchertagen, an denen die Pläne öffentlich ausgestellt wurden. Diese starke Resonanz beweist einmal mehr, wie sehr den Stahnsdorfern die Gestaltung ihrer zukünftigen Mitte am Herzen liegt.

Für den Verein bietet der Siegerentwurf eine solide Diskussionsgrundlage sowie wertvolle Handlungsempfehlungen. Um das Areal rund um den künftigen Bahnhof jedoch optimal und zukunftsfähig zu entwickeln, fordert der Vorstand die Einbeziehung von vier wesentlichen Kernpunkten in die weiteren Planungen.

Vier zentrale Kernforderungen für ein besseres Bahnhofsumfeld

  • Ein echter Marktplatz: Gefordert wird ein urbanes Ortszentrum als Begegnungsort für alle Altersgruppen – ein lebendiger „Stahnsdorfer Rathausmarkt”.
  • Attraktives Entree: Der Bahnhofseingang von der Sputendorfer Straße aus muss einladend und funktional gestaltet werden.
  • Keine Busstraße durch die Sputendorfer Straße: Die geplante Busverbindung von der Sputendorfer Straße zum neuen Busbahnhof wird strikt abgelehnt. Dies widerspricht dem Beschluss der Gemeindevertretung aus dem Jahr 2025, der die ÖPNV-Führung über die L77neu vorsieht. Die Sputendorfer Straße ist für bis zu 21 Meter lange Gelenkbusse völlig ungeeignet.
  • Fahrradparkhaus bauen: Am neuen Bahnhof wird ein modernes Fahrradparkhaus mit abschließbaren Boxen benötigt. Nur eine attraktive Infrastruktur für Fahrräder und E-Roller sichert langfristig hohe Fahrgastzahlen bei der S-Bahn.

Neben diesen Kernforderungen gibt es weitere Aspekte des Siegerentwurfs, die von Stakeholdern kritisch gesehen werden und die dringend einer Erklärung bedürfen. So wirft die Platzierung des geplanten Einkaufsmarktes auf der nördlichen Seite direkt an der S-Bahn neben dem Busbahnhof Fragen auf – schließlich wollen viele Bürger den Wocheneinkauf mit dem Auto erledigen und nicht mit der S-Bahn.

Auch die Verteilung der Wohnformen sorgt für Diskussionsstoff: Warum sieht der Entwurf Einfamilienhäuser auf der östlichen Seite vor, während das Dreieck zwischen der L77neu und der Ruhlsdorfer Straße mit Mehrfamilienhäusern bebaut werden soll? In diesem Zusammenhang stellt sich auch die berechtigte Frage, wer diese Immobilienprojekte letztlich realisieren soll.

Diese und viele weitere Fragen müssen offen diskutiert werden. Der Verein Pro S-Bahn Stahnsdorf e.V. lädt daher alle interessierten Anwohner sowie Bürger zu einem gemeinsamen Austausch ein. Das gesammelte Feedback der Stahnsdorfer wird im Anschluss direkt an die Gemeindeverwaltung weitergeleitet.

  • Wann: Mittwoch, 17. Juni 2026 um 18:00 Uhr
  • Wo: Restaurant Castagno, Stahnsdorf

Der Vorstand freut sich auf eine rege Teilnahme und eine aktive Beteiligung. Zur besseren Planung des Abends wird um eine vorherige Anmeldung unter Angabe der Personenanzahl bis zum 15. Juni 2026 per E-Mail an kontakt@prosbahnstahnsdorf.de

PM/Kü

Bild: Symbolbild   (Foto Kü)

 

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