Wenn Sprachkurse zur Integrations-Show verkommen

Ein Kommentar

Über eine Milliarde Euro Steuergeld wird jährlich in ein System gepumpt, das vor allem eines ist: eine gigantische Jobmaschine und eine sichere Einnahmequelle für Bildungsanbieter. Jetzt soll gestrichen werden. Dass Wirtschaftsminister Keller (SPD) nun Zeter und Mordio schreit, weil Geduldeten – also Personen ohne Bleibeperspektive – die Förderung gestrichen wird, ist daher an Absurdität kaum zu überbieten.

Integration? Wer eigentlich ausreisen muss, soll sich nicht integrieren, sondern die Koffer packen. Dass der deutsche Staat hier den großzügigen Gastgeber spielt, ist ein Schlag ins Gesicht jedes Steuerzahlers. Man stelle sich das Umgekehrte vor: Würde Polen einem deutschen Asylbewerber sechs Monate Vollpension inklusive Sprachkurs finanzieren? Sicher nicht. Und überhaupt: Spracherwerb ist eine Bringschuld, keine staatliche Serviceleistung.

Die Erfolgsbilanz dieses „Rundum-sorglos-Pakets“ ist zudem ein Offenbarungseid: Wenn regelmäßig um die 50 Prozent durch die Prüfung rasseln, zeigt das nicht nur ein strukturelles Versagen, sondern ein massives Motivationsproblem. Wer nichts bezahlt, dem ist es nichts wert.

In Zeiten von High-Tech-Lösungen ist das Gießen mit der Gießkanne ohnehin anachronistisch: Jedes Smartphone bietet heute Programme, die Deutsch individuell und effizient vermitteln. Wer wirklich lernen will, braucht kein staatliches Klassenzimmer – er braucht Eigeninitiative. Es ist höchste Zeit, dass man die Dinge wieder geraderückt. Darum danke Dobrindt!

Herzlich

Christian Kümpel

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