John-F.-Kennedy-Schule Berlin ist marode

Zwischen Sanierungsstau und transatlantischer Tradition

ZEHLENDORF.   Die John-F.-Kennedy-Schule (JFKS) in Berlin-Zehlendorf steht heute mehr denn je im Spannungsfeld zwischen ihrem glanzvollen historischen Erbe und den nüchternen Herausforderungen der Berliner Bildungspolitik. Derzeit dominieren Schlagzeilen über den Sanierungsstau die Debatte um die bilinguale Gemeinschaftsschule. Während Eltern und Lehrkräfte auf eine zügige Modernisierung dringen, halten sich konkrete Informationen aus dem Senat bedeckt.

  • Berichten zufolge werden grundlegende Sanierungsarbeiten an den oft maroden Gebäuden am Teltower Damm erst ab 2029 in vollem Umfang beginnen.
  • Geplant sind Investitionen von rund 26,7 Millionen Euro für den zweiten Bauabschnitt der Gesamtsanierung, wobei erste bauvorbereitende Maßnahmen für 2026 anvisiert werden.
  • Neben undichten Dächern und einer zu kleinen Mensa sorgte zuletzt ein massiver Stromausfall Anfang Januar 2026 für Schlagzeilen, der den Schulbetrieb kurzzeitig lahmlegte.

Die Geschichte der JFKS ist untrennbar mit der Ära des Kalten Krieges und der besonderen Rolle der USA in West-Berlin verbunden.

  • Die Schule öffnete am 11. Oktober 1960 als „German-American Community School“ mit zunächst zwei Klassen in den Räumen der Mühlenau-Schule.
  • Nach der Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy im November 1963 wurde die Schule zu seinem Gedenken umbenannt. Dies unterstrich die tiefe Verbundenheit der Berliner zu JFK, der kurz zuvor mit seinem Satz „Ich bin ein Berliner“ Geschichte geschrieben hatte.
  • 1971 und 1972 wurden die ersten High-School-Diplomas sowie das erste Abitur verliehen. Mit dem Abzug der US-Streitkräfte 1994 wandelte sich die JFKS von einer Schule für Militärangehörige endgültig zu einer öffentlichen Berliner Schule mit Sonderstatus.
  • Im Jahr 2020 feierte die Einrichtung ihr 60-jähriges Bestehen als Symbol für internationale Verständigung und bilinguale Bildung.

Heute besuchen über 1.600 Schüler die JFKS. Während sie historisch als „Brücke über den Atlantik“ gilt, muss sie politisch nun die Brücke in eine moderne, sanierte Zukunft schlagen.

PM/Kü

Bild: JFK-Schule von oben  (Foto Wikipedia/Klemm)

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