Geduldsprobe A115

Warum die Baustelle bei Kleinmachnow zur Dauerbelastung wird

KLEINMACHNOW.    Ob morgens oder abends, immer steht man im Stau. Was als notwendige Sanierung der wichtigen Pendlerstrecke A115 begann, hat sich für Tausende Autofahrer aus Potsdam, Kleinmachnow und dem Berliner Südwesten zu einer scheinbar unendlichen Geschichte entwickelt. Die schlechte Nachricht: Ein Ende ist erst 2027 in Sicht.

Wer täglich zwischen Brandenburg und Berlin pendelt, braucht derzeit vor allem eines: starke Nerven. Die Avus (A115), einst als erste reine Autostraße der Welt ein Symbol für Geschwindigkeit, ist zwischen der Anschlussstelle Spanische Allee und der Landesgrenze bei Kleinmachnow zur chronischen Staustelle mutiert.

Eigentlich sollte die grundhafte Sanierung der Fahrbahnen sowie die Erneuerung der Entwässerungsanlagen deutlich schneller über die Bühne gehen. Doch die Autobahn GmbH des Bundes musste den Zeitplan massiv korrigieren. Die Fertigstellung ist nun für das zweite Quartal 2027 projektiert. Doch woran liegt das?

  1. Gefahr im Untergrund: Der Hauptgrund für die Verzögerungen ist die unerwartet hohe Belastung mit Kampfmitteln. Da die Region im Zweiten Weltkrieg hart umkämpft war, müssen die Flächen vor jedem Baggeraushub akribisch sondiert werden. Die Funddichte übersteigt die ursprünglichen Prognosen bei Weitem.
  2. Artenschutz im Fokus: Die Strecke führt durch ökologisch sensible Bereiche. Zusätzliche naturschutzrechtliche Auflagen führen dazu, dass bestimmte Arbeiten nur in engen Zeitfenstern stattfinden dürfen, um die lokale Flora und Fauna nicht nachhaltig zu schädigen.
  3. Veraltete Infrastruktur: Unter dem Asphalt verbirgt sich ein komplexes System aus Leitungen und Entwässerungskanälen, das teilweise in einem schlechteren Zustand war als angenommen und komplett neu geplant werden musste.

Das Leid der Autofahrer auf der Autobahn ist das Leid der Anwohner in Kleinmachnow. Sobald sich der Verkehr auf der A115 staut, fressen sich die Navigationsgeräte der Pendler durch die Wohngebiete. Die Stolper Weg und die Karl-Marx-Straße werden regelmäßig zur inoffiziellen Ausweichstrecke. Die Folge sind Lärm, Abgase und ein erhöhtes Verkehrsrisiko in den eigentlich beruhigten Zonen der Gemeinde.

Trotz der Frustration betonen die Planer die Notwendigkeit der Maßnahme. Nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2027 soll die A115 nicht nur einen flüsterleisen Asphalt (OPA – Offenporiger Asphalt) erhalten, sondern auch eine moderne Entwässerung, die Starkregenereignissen standhält. Bis dahin bleibt den Pendlern jedoch nur die Hoffnung, dass die neuen Termine gehalten werden.

PM/Kü

Bild: Symbolbild   (Foto Kü)

 

Facebook
Twitter
LinkedIn

Gib hier deine Überschrift ein