Neustart für den Green Park
Stahnsdorf plant das Gewerbegebiet der Zukunft
Marode Hallen weichen moderner Infrastruktur: Die Gemeinde Stahnsdorf stellt, wenn es nach dem Hauptausschuss geht, die Weichen für eine radikale Neugestaltung des Green-Park-Areals. Mit dem neuen Bebauungsplan Nr. 19 soll ein innovatives Quartier entstehen, das ökologische Standards mit wirtschaftlicher Dynamik verbindet.
STAHNSDORF. Das Gesicht der Stahnsdorfer Wirtschaft steht vor einem fundamentalen Wandel. Wo heute noch graue Fassaden und sanierungsbedürftige Hallen das Bild prägen, soll ein „hochwertiges Gewerbegebiet ohne strukturelle Störungen“ entstehen. Die Gemeindevertretung kann hierzu offiziell den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 19 „Green Park I“ im April fassen.
Das Ende einer Ära
Die Entscheidung der Gemeinde ist eine Reaktion auf den sichtbaren Verfall des Bestands. Nach allem, was man hört, ist eine Sanierung der bestehenden Gebäude sowie der maroden Infrastruktur schlichtweg nicht mehr wirtschaftlich. Hinzu kommt eine besorgniserregende Entwicklung: Zahlreiche Mieter haben bereits Kündigungen erhalten oder sind abgewandert. Eine politische Mehrheit für ein Logistikzentrum gibt es nicht. Um nun einen drohenden Leerstand und den schleichenden Niedergang des Areals zu verhindern, ergreift die Gemeinde proaktiv die Initiative.
Produktion statt Lagerhallen
Das Ziel ist klar definiert: Stahnsdorf möchte weg von reinen Lagerkapazitäten und hin zu wertschöpfenden Betrieben. Der neue Plan sieht vor, vor allem das produzierende Gewerbe und Dienstleistungsunternehmen anzusiedeln. „Störende Nutzungen“ wie Tankstellen oder Vergnügungsstätten werden konsequent ausgeschlossen. Damit trägt die Gemeinde der Struktur der lokalen Wirtschaft Rechnung, die vor allem durch kleine und mittelständische Unternehmen geprägt ist.
Durchbruch bei der Verkehrsanbindung
Einer der wichtigsten Kernpunkte der Planung ist die Lösung des Verkehrsproblems. Bisher ist das Gelände hauptsächlich über die Ruhlsdorfer Straße erreichbar – für ein modernes Gewerbegebiet ein Nadelöhr. Der neue B-Plan sieht einen strategischen „Durchstich“ vor: Eine neue öffentliche Verkehrsverbindung soll von der Ruhlsdorfer Straße durch das Gebiet über die Martin-Gürtler-Straße direkt an die Landesstraße L 77 führen. Dies würde nicht nur den Green Park besser erschließen, sondern auch die umliegenden Bereiche Ideenhof und Füllner rechtssicher anbinden.
Grün und Klimafreundlich
Trotz der gewerblichen Nutzung soll der „Green Park“ seinem Namen künftig alle Ehre machen. Die Planer legen großen Wert auf den Erhalt vorhandener Grünstrukturen. Das Ziel ist eine „durchgrünte Gewerbefläche“, die modernen Anforderungen an den Umwelt- und Klimaschutz gerecht wird. Nach dem Abriss der alten Bausubstanz bietet sich die seltene Chance, ein ökologisch nachhaltiges Gesamtkonzept von Grund auf neu zu entwickeln.
Ein Signal an den Mittelstand
Die Nachfrage nach Gewerbeflächen in Stahnsdorf ist ungebrochen hoch. Mit der Neustrukturierung schafft die Gemeinde ein zukunftsfähiges Flächenangebot, das genau auf die Bedürfnisse des regionalen Mittelstands zugeschnitten ist. „Es ist eine ideale Situation“, heißt es aus der Planungsebene: Bestehende Nachfrage trifft auf eine nun entstehende, moderne Angebotsfläche.
Wann die ersten Bagger für den Abriss rollen, hängt nun vom weiteren Verlauf des Planverfahrens ab. Fest steht jedoch: Der Green Park wird sich in den nächsten Jahren neu erfinden.
PM/Kü
Bild: Green Park (Foto Kü)


