Meilenstein für Stahnsdorfs neue Mitte

FDP begrüßt Wettbewerbsergebnis – Enteignungsfragen bleiben bis Herbst 2026 offen

STAHNSDORF. Die Pläne für das zukünftige „S-Bahn-Quartier Stahnsdorf“ nehmen konkrete Formen an. Nach dem erfolgreichen Abschluss des städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerbs blickt die lokale Politik mit großen Erwartungen, aber auch mit klaren Forderungen auf das Großprojekt. Die FDP Stahnsdorf begrüßt das Ergebnis des Preisgerichts ausdrücklich, drängt gleichzeitig jedoch auf maximale Transparenz und den Schutz der Anwohner. Derweil dämpft die Gemeindeverwaltung die Erwartungen an eine schnelle Klärung der sensiblen Grundstücksfragen.

Der Stahnsdorfer FDP-Ortsvorsitzende und Gemeindevertreter Julian Regenthal-Patzak sieht in der Prämierung der Entwürfe einen Meilenstein für die Gemeinde. „Das Preisgericht hat eine überzeugende Entscheidung getroffen. Die ausgezeichneten Entwürfe zeigen, dass es möglich ist, verkehrlich notwendige Infrastruktur, Wohnen, Gewerbe, Nahversorgung und Grünflächen in eine gute Balance zu bringen“, erklärt Regenthal-Patzak.

Für Stahnsdorf biete der S-Bahn-Anschluss eine historische Chance, die nicht kleinteilig zerredet, sondern verantwortlich gestaltet werden müsse. Ziel sei kein reiner Zweckbahnhof, sondern ein echtes Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität, kurzen Wegen und einer städtebaulichen Idee, die zur Gemeinde passe. Das Wettbewerbsergebnis liefere hierfür eine hervorragende Diskussionsgrundlage.

Hinter den Kulissen beginnt nun jedoch der komplexe rechtliche und bürokratische Prozess. Wie der Bürgermeister betonte, war der abgeschlossene Wettbewerb die zwingende Voraussetzung, um überhaupt in die Voruntersuchung nach Paragraph 165 des Baugesetzbuches (BauGB) einsteigen zu können. Diese Untersuchung prüft, ob die Voraussetzungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme vorliegen.

Damit einher geht auch die hochemotionale Frage, was mit den Grundstücken rund um die zukünftige S-Bahn passiert, die sich in Privatbesitz befinden. Betroffene Eigentümer müssen sich auf eine Hängepartie einstellen: Mit einer fundierten Entscheidung, ob im Rahmen dieses Verfahrens letztlich Grundstücke enteignet werden, ist nach aktuellen Prognosen nicht vor Herbst 2026 zu rechnen.

Vor diesem Hintergrund fordert Regenthal-Patzak vehement, die Sorgen der unmittelbar Betroffenen frühzeitig ernst zu nehmen. Er kritisiert das Fehlen eines verlässlichen Gesprächsformats mit den verschiedenen Eigentümern und fordert die zügige Schaffung eines dauerhaften Informationsaustauschs zwischen Gemeinde, Anliegern, Eigentümern und potenziellen Investoren. „Wer ein solches Quartier entwickeln will, muss alle Beteiligten frühzeitig an einen Tisch bringen. Es reicht nicht, fertige Pläne zu präsentieren“, so der FDP-Politiker.

Ein besonderes Augenmerk legt die FDP zudem auf den Anwohnerschutz in den angrenzenden Wohnbereichen. Konkret fordert die Partei ein klares und unmissverständliches Signal an die Menschen in der Sputendorfer Straße. „Es muss eindeutig kommuniziert werden: Diese Straße darf nicht zur Abstell- oder Wartezone für Busse werden“, betont Regenthal-Patzak. Ein modernes Verkehrskonzept dürfe seine logistischen Probleme nicht in die Nachbarschaft verlagern.

Da das Projekt die Entwicklung Stahnsdorfs über Jahrzehnte prägen wird, mahnen die Liberalen eine transparente und verbindliche Begleitung der weiteren Planung an. Ein erster Schritt erfolgt in Kürze: Die offizielle Bürgerbeteiligung startet am 13. Juni. Für die FDP ist dies ein wichtiger Baustein – er dürfe jedoch im weiteren Verfahren keinesfalls der einzige bleiben.

PM/Kü

Bild: Symbolbild   (Foto Pixabay)

Facebook
Twitter
LinkedIn