Fast eine Million Euro verbrannt

Teltow stoppt teures Verwaltungsgebäude

TELTOW.   Das geplante neue Verwaltungsgebäude der Stadt Teltow steht vor dem endgültigen Aus. Was als Lösung für Platzprobleme begann, endet nun in einer finanziellen Sackgasse für die Steuerzahler. Eine aktuelle Beschlussvorlage der Stadt [5078] besiegelt das Ende des Projekts. In den vergangenen fünf Jahren wurden damit fast eine Million Euro ohne Ergebnis ausgegeben.

Ursprünglich sollte die Wohnungsbaugesellschaft Teltow (WGT) das Gebäude auf einem städtischen Grundstück errichten. Geplant war eine anschließende Vermietung an die Stadt zu einer Kaltmiete von 21 Euro pro Quadratmeter.

Die Kosten liefen jedoch schnell aus dem Ruder:

  • Erste Erhöhung: Die prognostizierte Kaltmiete stieg rasch auf 28 Euro.
  • Zwischenstopp: Wegen der angespannten Haushaltslage wurde das Projekt vorübergehend auf Eis gelegt.
  • Aktueller Stand: Die kalkulierte Zielmiete liegt mittlerweile bei utopischen 31 Euro kalt.

Mit dem endgültigen Stopp wird das gesamte Projekt rückabgewickelt. Die Stadt erhält zwar ihr Grundstück zurück, muss der WGT jedoch die bisher entstandenen Planungskosten in Höhe von rund 840.000 Euro erstatten. Im Gegenzug übernimmt die Verwaltung die Entwürfe der ersten beiden Leistungsphasen.

Rechnet man die zusätzlichen Kosten für Notar, Grundbuch und Verwaltung hinzu, beläuft sich der finanzielle Schaden nach fünf Jahren Planung auf fast eine Million Euro.

Obwohl die Stadt die bisherigen Pläne (Leistungsphase 1 und 2) übernimmt, um theoretisch später dort bauen zu können, ist dieser Gegenwert in der Praxis fraglich. Da die Baupreise in den kommenden Jahren weiter massiv steigen dürften, ist ein baldiger Neustart unrealistisch. Bei einem späteren Baubeginn müssen die Planungen ohnehin meist komplett neu aufgerollt werden. Die teuer bezahlten Entwürfe drohen damit wertlos in der Schublade zu verschwinden.

GJ/Kü    

Bild: Ritterstraße 29   (Foto GJ)

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