Tauziehen um den Green-Park

Gemeinde plant Veränderungssperre gegen Großprojekt

STAHNSDORF.  In der Gemeinde droht ein politischer Konflikt um die Zukunft des Green-Park-Geländes. Ein neuer Antrag auf einen Bauvorbescheid beim Landkreis Potsdam-Mittelmark könnte die bisherigen Pläne der Gemeinde durchkreuzen. Verwaltung und Politik versuchen nun, im Eilverfahren zu reagieren.

Hintergrund ist ein bei der unteren Bauaufsicht eingegangener Antrag auf einen Vorbescheid. Dieser sieht den Bau von großflächigen Lagerhallen sowie eines Parkhauses auf dem Areal des Green-Parks vor. Ein Vorhaben, das im Widerspruch zu den Zielen der Gemeinde steht: Der bereits beschlossene Bebauungsplan (B-Plan) sieht an dieser Stelle die Entwicklung von Flächen für den klassischen Mittelstand vor.

Eilverfahren soll Fakten schaffen verhindern

Sollte der Landkreis dem Vorbescheid des Investors – hinter dem das Unternehmen Streletzki vermutet wird – zustimmen, droht der gemeindeeigene Beschluss ausgehebelt zu werden. Um dies zu verhindern, haben der Bürgermeister und die Fraktion „Bürger für Bürger“ umgehend gehandelt und eine Beschlussvorlage für eine Veränderungssperre auf den Weg gebracht. Diese Sperre soll das Gelände rechtlich einfrieren, bis der Bebauungsplan final gesichert ist.

Die zeitliche Dringlichkeit spiegelt sich auch im ungewöhnlichen Ablauf der politischen Gremien wider. Um rechtzeitig vor einer möglichen Entscheidung des Kreises Fakten zu schaffen, wurde die übliche Reihenfolge der Ausschüsse umgedreht:

  • Heute Abend: Erste Beratung im Hauptausschuss
  • 2. Juni 2026: Debatte im zuständigen Bauausschuss
  • 9. Juni 2026: Finale Entscheidung in der Gemeindevertretersitzung

Politische Mehrheiten im Fokus

Spannung verspricht die Abstimmung vor allem mit Blick auf die Fraktionen von CDU und SPD. In politischen Kreisen wird spekuliert, ob es im Vorfeld Absprachen zwischen dem Investor und Teilen dieser Fraktionen gegeben hat, da der Antrag auf Vorbescheid andernfalls kaum Aussicht auf Erfolg versprühen würde.

Sofern sich die bisherigen Mehrheitsverhältnisse in der Gemeinde nicht kurzfristig verschoben haben, gilt eine Mehrheit für die Veränderungssperre jedoch als wahrscheinlich. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Gemeinde ihre Planungshoheit für den Mittelstand gegen das Großprojekt verteidigen kann.

PM/Kü

Bild: Greenpark   (Foto Kü)

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