Schulwegsicherheit Kleinmachnow

Drei Elternhaltestellen an der Eigenherd-Schule

KLEINMACHNOW.  Bereits im April 2026 richtete Kleinmachnow an der Eigenherd-Schule drei Elternhaltestellen ein, um die Schulwegsicherheit durch Entlastung des Elterntaxis-Aufkommens zu verbessern. Dieses in Zusammenarbeit mit Schule, Eltern, Schülern, Verwaltung und dem ADAC entwickelte Projekt dient als Vorbild für eine sicherere Schulumgebung. Im Vergleich dazu setzt Stahnsdorf primär auf punktuelle bauliche Maßnahmen, während ein vergleichbares, ganzheitliches Konzept für offizielle Hol- und Bringzonen bisher fehlt.

Das Phänomen der „Elterntaxis“ beschreibt das massenhafte Bringen und Abholen von Schulkindern mit dem privaten Auto bis direkt vor das Schultor. Was von Eltern als Fürsorge gemeint ist, erzeugt vor Ort gefährliche Verkehrssituationen, blockiert Rettungswege und behindert Kinder, die eigenständig zur Schule gehen.

Das Problem: Warum Elterntaxis paradoxe Gefahren schaffen

  • Verkehrschaos vor Schulen: Durch Wendemanöver, Halten in zweiter Reihe und Parken auf Geh- oder Radwegen wird die Verkehrslage unübersichtlich.
  • Gefährdung der Fußgänger: Ausgerechnet die Kinder, die zu Fuß gehen, werden durch die manövrierenden Autos der Elterntaxis übersehen und gefährdet.
  • Mangelnde Praxis: Kinder im Auto lernen nicht, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Ihnen fehlt die Praxis, Gefahren selbstständig einzuschätzen.
  • Eingeschränkte Entwicklung: Der Schulweg ist ein wichtiger sozialer Raum. Zu Fuß gehende Kinder gewinnen an Selbstbewusstsein, bewegen sich an der frischen Luft und tauschen sich mit Gleichaltrigen aus.

Obwohl die Gefahren bekannt sind, entscheiden sich viele Eltern bewusst gegen den Fußweg. Die Hauptgründe dafür sind vielschichtig:

  1. Sicherheitsbedenken und Angst: Eltern haben Angst vor Verkehrsunfällen, Übergriffen oder dass sich das Kind verläuft. Paradoxerweise verstärken sie durch ihre Fahrt genau die Verkehrsgefahr, vor der sie Angst haben.
  2. Zeitdruck im Alltag: Der Schulweg wird oft mit dem eigenen Arbeitsweg kombiniert. Das Kind schnell auf dem Weg ins Büro abzusetzen, spart im engen Zeitplan der Eltern scheinbar Zeit.
  3. Bequemlichkeit und Gewohnheit: Das Auto ist im Familienalltag oft das primäre Transportmittel. Schlechtes Wetter oder schwere Schultaschen dienen dann schnell als Argument für die Autofahrt.
  4. Fehlende Infrastruktur: Unübersichtliche Kreuzungen, fehlende Zebrastreifen, zu schmale Gehwege oder unbeleuchtete Abschnitte auf dem Schulweg lassen den Weg zu Fuß objektiv unsicher erscheinen.
  5. Große Distanzen: Durch freie Schulwahl oder im ländlichen Raum sind die Wege zur Grundschule oft zu lang, um sie komplett zu Fuß zu bewältigen.

Konzepte wie die Elternhaltestellen (Hol- und Bringzonen) lösen diesen Konflikt. Sie liegen etwa 150 bis 250 Meter von der Schule entfernt. Eltern können dort sicher halten, und die Kinder gehen das letzte Teilstück gemeinsam und sicher zu Fuß zur Schule.

PM/Kü

Bild: Symbolbild  (Foto Pixabay)

 

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