Teltow streicht Spitzenposten

Rathaus-Strukturreform beschlossen

TELTOW.    Die Stadtverordnetenversammlung (SVV) in Teltow hat Anfang Juli 2026 mit einer knappen Mehrheit einen tiefgreifenden Umbau der Verwaltungsspitze beschlossen. Die Position des ersten Beigeordneten wird nach dem planmäßigen Ausscheiden der aktuellen Amtsinhaberin im Oktober 2026 ersatzlos gestrichen. Damit setzt der im Januar 2026 ins Amt eingeführte Bürgermeister Andre Freymuth (CDU) einen zentralen Punkt seiner Spar- und Verwaltungsreform durch – erntet dafür jedoch scharfe Kritik von der Opposition.

Der Antrag von Bürgermeister Andre Freymuth, den hoch dotierten Posten des ersten Beigeordneten und stellvertretenden Bürgermeisters komplett einzusparen, dominierte die Debatten der jüngsten SVV-Sitzung. Die Verwaltung erhofft sich durch das Wegrationalisieren dieses Spitzengehalts eine erhebliche finanzielle Entlastung für den städtischen Haushalt.

Nach dem Willen des Rathauschefs soll die Struktur der Verwaltung gestrafft werden, um angesichts knapper werdender kommunaler Kassen ein deutliches Zeichen der Haushaltsdisziplin zu setzen. Es ist nicht das erste Mal, dass das Stadtparlament in der Hierarchie spart: Bereits zuvor wurde der optionale Posten eines zweiten Beigeordneten gestrichen.

Mit dem Wegfall der hauptamtlichen Beigeordneten-Stelle muss auch die Vertretung des Bürgermeisters neu geordnet werden. Die Kernaufgaben der inneren Verwaltung werden künftig umverteilt. Die offizielle Stellvertretung des Bürgermeisters wird nach aktuellem Planungsstand der Kämmerer der Stadt Teltow zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben übernehmen. Eine Neuausschreibung der Position wird es somit nicht geben.

Die Entscheidung fiel im Parlament nach einer hitzigen Debatte keineswegs einstimmig aus. Bei den insgesamt 33 Stimmen der Stadtverordnetenversammlung kam es auf jedes Mandat an.

Besonders zwei große Fraktionen stellten sich entschieden gegen die Pläne des Bürgermeisters:

  • Die SPD sowie die Fraktionsgemeinschaft Grüne/Linke/Piraten stimmten geschlossen gegen die Abschaffung.
  • Die Opposition warnt eindringlich vor den strukturellen Folgen dieses Sparwerts. Ohne eine erste Beigeordnete drohe eine massive Arbeitsüberlastung des Bürgermeisters, da komplexe Führungs- und Steuerungsaufgaben nun auf deutlich weniger Schultern im Rathaus verteilt sind.

Kritiker bemängeln zudem, dass eine Stadt von der Größe Teltows – als bevölkerungsreichste Kommune im Landkreis Potsdam-Mittelmark – eine professionelle, mehrköpfige Verwaltungsspitze benötigt, um die anstehenden Großprojekte und die Stadtentwicklung verlässlich zu koordinieren.

Der Beschluss markiert einen deutlichen politischen Kurswechsel nach dem Ende der 24-jährigen Amtszeit des vorherigen SPD-Bürgermeisters Thomas Schmidt. Ab Oktober 2026 wird die neue, schlankere Struktur Realität. Ob sich die Einsparung langfristig bewährt oder ob die Befürchtungen der Opposition bezüglich der Überlastung eintreffen, wird die Praxis im Teltower Rathaus im kommenden Winter zeigen.

PM/Kü

Bild: Symbolbild  (Foto Pixabay)

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