Hochkarätiger Dialog in den Kammerspielen
Innenminister Redmann besucht Kleinmachnow
KLEINMACHNOW. Der brandenburgische Innenminister Dr. Jan Redmann (CDU) wird am kommenden Freitag, dem 16. Oktober 2026, zu einem öffentlichen Bürgerdialog in Kleinmachnow erwartet. Unter dem Titel „Heimatgespräch“ lädt der lokale CDU-Gemeindeverband ab 17:30 Uhr in die Neuen Kammerspiele ein. Neben dem Austausch mit den Bürgern steht insbesondere das Aufeinandertreffen zweier politischer Schwergewichte der regionalen Christdemokraten im Fokus: Innenminister Redmann und Kleinmachnows Bürgermeister Bodo Krause.
Für beide Politiker markiert das Treffen eine erste Zwischenbilanz in ihren jeweiligen Ämtern, die sie unter herausfordernden Vorzeichen übernommen haben.
Dr. Jan Redmann leitet seit dem Start der rot-schwarzen Koalition im März 2026 das Ministerium des Innern und für Kommunales. Als stellvertretender Ministerpräsident und starker Mann der CDU hat er der Landesregierung früh seinen Stempel aufgedrückt. Angesichts prognostizierter Haushaltslöcher im Land setzte die Koalition unter Redmanns Mitwirkung einen strikten Sparkurs durch. Unter dem internen Motto „Schluss mit Plus“ wurden die Landesausgaben auf dem Niveau von 2026 eingefroren und ein Personalabbau in der Landesverwaltung vereinbart.
Gleichzeitig setzt Redmann im Innenressort auf eine spürbare Akzentverschiebung:
- Null-Toleranz-Strategie: Redmann forcierte direkt zu Amtsbeginn eine härtere Gangart gegen Kriminalität und stärkte den Verfassungs- sowie den Bevölkerungsschutz.
- Polizeipräsenz: Trotz des landesweiten Sparkurses forderte und initiierte er mehr sichtbare Polizeipräsenz auf den Straßen, um das Sicherheitsversprechen im Berliner Speckgürtel zu erneuern.
- Druck auf den Bund: Gemeinsam mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) schlug Redmann zuletzt auch bundespolitisch härtere Töne an und forderte in einem viel beachteten Appell eine „radikale Kehrtwende“ der Bundesregierung in Finanz- und Wirtschaftstransformationen.
Für den Kleinmachnower Bürgermeister Bodo Krause (CDU) dürfte der Besuch des Kommunalministers Redmann eine strategische Gelegenheit sein. Krause hatte im Februar 2025 die Bürgermeisterstichwahl deutlich gewonnen und damit eine 16-jährige SPD-Ära in der Gemeinde beendet. Seit anderthalb Jahren im Amt, sieht sich der ehemalige Medienmanager jedoch mit einer der schwersten Krisen der Gemeinde konfrontiert.
Durch den Wegzug der beiden großen Digital-Unternehmen Mobile.de und Kleinanzeigen nach Berlin verlor Kleinmachnow auf einen Schlag rund 14 Millionen Euro an Gewerbesteuer pro Jahr. Krauses Amtszeit ist seither von akuter Haushaltskonsolidierung geprägt.
In der Gemeinde wird seine bisherige Bilanz positiv bewertet:
- Krisenmanagement & Finanzen: Krause erntete Respekt dafür, dass er die finanzielle Realität offenlegte und unpopuläre Streichungen bei Wunschprojekten einleitete, um das Haushaltsloch zu stopfen. Er versucht seither intensiv, den Europarc Dreilinden für neue Unternehmen attraktiv zu machen.
- Verwaltungskultur: Gelobt wird sein neuer Führungsstil im Rathaus. Krause trat an, um eine modernere Kommunikation, flachere Hierarchien und eine konstruktive Fehlerkultur unter den rund 100 Mitarbeitern zu etablieren – ein Versprechen, das intern gut ankam.
- Dauerbrenner Infrastruktur: Geduld fordert dagegen noch die Behebung der Schulplatz- und Hortraumnot in der Gemeinde, die Krause zwar prioritär anpacken wollte, deren Lösung durch die Haushaltskrise jedoch erschwert wird. Auch die Eindämmung der lokalen Wildschweinplage bleibt ein Dauerthema auf seiner Agenda.
Wenn der Kommunalminister und der Bürgermeister am Freitag aufeinandertreffen, wird es zweifellos um Geld gehen. Krause benötigt für Kleinmachnow Unterstützung vom Land, während Redmann in Potsdam selbst den Gürtel enger schnallen muss. Für die Bürger bietet sich ab 17:30 Uhr in den Kammerspielen die Gelegenheit, den beiden Spitzenpolitikern direkt auf den Zahn zu fühlen. Der Eintritt ist frei.
PM/Kü
Bild: Bodo Krause (Foto privat)


