Endlich an einem Tisch

Teltow und Stahnsdorf beraten gemeinsam über S-Bahn-Zukunft

Es ist eine Premiere mit Beigeschmack: Zum ersten Mal tagen die S-Bahnausschüsse von Teltow und Stahnsdorf am Donnerstag gemeinsam in der Annastraße. Was Kritiker seit Jahren als längst überfällig fordern, wird Realität. Auf der Agenda stehen existenzielle Fragen der regionalen Verkehrsplanung, die keinen weiteren Aufschub dulden.

TELTOW / STAHNSDORF. Die S-Bahn-Verlängerung der S25 bis nach Stahnsdorf ist kein Projekt, das an der Stadtgrenze haltmacht. Dennoch planten die Verwaltungen von Teltow und Stahnsdorf bisher weitgehend in ihren eigenen Ausschüssen. Dass die erste gemeinsame Sitzung erst jetzt erfolgt, wird in politischen Kreisen hinter vorgehaltener Hand als „peinlich“ bezeichnet. Doch der Druck wächst: Die Vorplanung ist abgeschlossen, die Entwurfsplanung läuft – und ohne Abstimmung droht ein infrastrukturelles Stückwerk.

Regiobus im Fokus: Wer bringt die Fahrgäste zum Zug?

Ein zentraler Gast der Sitzung ist Martin Grießner, Geschäftsführer der Regiobus Potsdam-Mittelmark GmbH. Sein Vortrag wird mit Spannung erwartet: Wie sieht das Zubringerkonzept für die neuen Haltepunkte aus? Die S-Bahn wird nur dann zur echten Alternative zum Auto, wenn die Busse im Umland perfekt auf den 10-Minuten-Takt der Bahn abgestimmt sind. Angesichts geplanter Netzanpassungen bei Regiobus ab Juni 2026 müssen hier frühzeitig die Weichen gestellt werden.

Zankapfel Iserstraße: Ein Bahnhof, zwei Interessen

Besonders brisant ist der Tagesordnungspunkt Ö 5.2. Der geplante Haltepunkt Iserstraße liegt geografisch in Stahnsdorf, ist aber für Teltow von Bedeutung. Hier geht es um mehr als nur Bahnsteige:

  • Wer finanziert und pflegt die P+R-Flächen?
  • Wie werden die Wege für Radfahrer und Fußgänger sicher über die Grenze hinweg geführt?
  • Wie wird der Lärmschutz für die angrenzenden Wohngebiete beider Kommunen gewährleistet?

Ein gemeinsames Konzept gegen den Verkehrskollaps

Außerdem wollen die Ausschüsse den Grundstein für eine dauerhafte Kooperation legen. Geplant ist die Erstellung eines gemeinsamen Verkehrskonzeptes. Es soll nicht nur den Anstieg des Personenverkehrs bewältigen, sondern auch den Güterverkehr im Blick behalten. Die Verwaltungen und Bürgermeister beider Orte sind nun gefordert, ihre bisherige Distanz aufzugeben.

Das Ziel ist klar formuliert: Bis 2032 soll die S-Bahn rollen. Damit dieser Zeitplan hält und die Region nicht im Verkehrschaos versinkt, muss die Zeit des Nebeneinanderher-Planens am Donnerstag endgültig enden.

Bild: Symbolbild   (Foto Pixabay)

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