Rettung für die Meierei-Pfuhle

Gemeinde Kleinmachnow plant Teilumsetzung einer Bürgerpetition

KLEINMACHNOW.   Die Zukunft der geschichtsträchtigen Meierei-Pfuhle im Kleinmachnower Bannwald steht im Fokus der Lokalpolitik. Nach der Übergabe einer Petition mit 154 Unterschriften durch die „Bürgerinitiative für naturnahe Meierei-Pfuhle im Bannwald, Kleinmachnow“ zeichnet sich nun eine konkrete Lösung ab. Die Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Bodo Krause empfiehlt eine teilweise Umsetzung der geforderten Maßnahmen, um die sensiblen Kleingewässer vor dem Austrocknen zu bewahren und ökologisch aufzuwerten.

Historische Toteislöcher als moderne Regenrückhaltebecken

Bei den drei Meierei-Pfuhlen handelt es sich um ökologisch wertvolle Gewässer, die ursprünglich aus eiszeitlichen Toteislöchern entstanden sind. Heute erfüllen sie im urbanen Raum eine wichtige Doppelfunktion: Sie sind sensibler Lebensraum für Flora und Fauna und dienen gleichzeitig als Rückhaltebecken für die Regenentwässerung der umliegenden Straßen.

Das System ist miteinander verbunden: Sowohl vom kleineren nördlichen Pfuhl als auch vom südlich gelegenen Schulpfuhl (auf dem Gelände der Eigenherd-Schule) führen Zuläufe in den größten Pfuhl am Fenn. Um diese ökologischen Funktionen langfristig zu sichern, wurden die Pfuhle am Fenn bereits im Jahr 2009 und der Schulpfuhl im Jahr 2010 umfangreich saniert.

Der Klimawandel als Hauptursache für den Wassermangel

Die Bürgerinitiative, vertreten durch Tilmann Schwarz, Jens-Uwe Arndt und Andreas Heidrich, hatte in ihrer am 2. Dezember 2025 übergebenen Petition die Sorge geäußert, dass eine wasserführende Lehmschicht bei den damaligen Sanierungsarbeiten beschädigt wurde und das Wasser deshalb zu schnell versickere.

Dieser Annahme widerspricht die Verwaltung nun entschieden auf Basis der damaligen Projektdokumentation. Der dramatische Wasserverlust hat demnach andere Ursachen: Wie alle Kleingewässer der Region leiden die Pfuhle unter dem akuten Mangel an Niederschlägen. Auswertungen regionaler Wetterdaten der Jahre 2008 bis 2025 zeigen deutlich, dass vor allem die für das Auffüllen der Becken notwendigen Starkregenereignisse in den letzten Jahren zu häufig ausblieben.

Expertenrunde vor Ort: Der Kompromiss steht

Um die Situation sachlich zu bewerten, fand am 17. Februar 2026 ein umfassender Ortstermin statt. Neben Vertretern der Bürgerinitiative nahmen Experten der Unteren Naturschutzbehörde Potsdam-Mittelmark, der Fachdienstleiter Tiefbau/Stadtwirtschaft sowie die Koordinatorin des Bannwaldprojektes teil. Das Ergebnis ist eine fundierte Strategie, die nun in Teilen umgesetzt werden soll:

  • Gemeinsame Aufräumarbeit im Sommer 2026: In den trockenen Sommermonaten wird bei niedrigem Wasserstand eine gezielte Reinigungsaktion durchgeführt. Totholz und Geäst, das durch Windbruch und Verkehrssicherungsmaßnahmen in die Pfuhle gelangt ist, wird entfernt und in entferntere Waldbereiche transportiert. Zu viel organisches Material schadet dem sensiblen Ökosystem der Kleingewässer.
  • Einbindung der Schule: Die Gemeinde plant, die direkt angrenzende Eigenherd-Schule aktiv in die Pflege- und Reinigungsaktionen einzubinden, um das Umweltbewusstsein der Schüler zu stärken.
  • Regelmäßige Funktionsprüfungen: Die Zuläufe der Retentionsbecken werden weiterhin im gesetzlichen Turnus von fünf Jahren vorschriftsmäßig überprüft.

Absage an Folien und neue Lehmschichten

Einem Kerngedanken der Petition erteilte die Verwaltung jedoch eine Absage: Der Einbau einer neuen wassertragenden Tonschicht oder das Verlegen einer Teichfolie wird als nicht sinnvoll erachtet. Da die Pfuhle das Regenwasser aus mehreren Straßenzügen aufnehmen, müssen sie zwingend eine technische Entwässerungsfunktion erfüllen. Bei plötzlichem Starkregen muss das Wasser im Untergrund versickern können, um Überschwemmungen in den Wohngebieten zu verhindern. Eine künstliche Abdichtung würde dieses Sicherheitsventil blockieren.

Wie es jetzt weitergeht

Die Meierei-Pfuhle sind zudem Teil des groß angelegten „Bannwaldprojektes (2023–2026)“. Das Centre for Econics and Ecosystem Management hat diesen Waldabschnitt intensiv kartiert. Die daraus resultierenden Empfehlungen und ein detaillierter Maßnahmenkatalog werden im Sommer 2026 im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Ordnungsangelegenheiten (UVO-Ausschuss) der Gemeindevertretung öffentlich vorgestellt. Die Kooperation zwischen der engagierten Bürgerinitiative und der Verwaltung setzt ein positives Zeichen für den lokalen Naturschutz in Kleinmachnow.

PM/Kü

Bild: Symbolbild   (Foto Pixabay)

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