STAHNSDORF. Die Verlängerung der S-Bahn nach Stahnsdorf ist ein lang ersehntes Großprojekt. Die AfD-Fraktion hat deshalb eine größere Fläche identifiziert, die man dem Vorhabenträger vorschlagen könnte, und zwar am ehemaligen Grünen Weg neben dem Postverteilzentrum. Da fehlende oder umstrittene Ausgleichsflächen Großprojekte in Deutschland massiv verzögern können, hätte die Bereitstellung dieser Fläche durch die Gemeinde als Katalysator wirken und ein positives Signal senden können. Auch entsprach die Identifizierung von Flächen in der Gemeinde dem Wunsch der Gemeindevertreter.
Doch es sollte nicht sein. Die Mehrheit der Gemeindevertreter hat in der gestrigen Sitzung die Beschlussvorlage abgelehnt. Es ist klar, warum: Die Beschlussvorlage kam von der AfD. Und da gilt für die meisten Gemeindevertreter der anderen Parteien und Gruppierungen das Prinzip, Anträge grundsätzlich abzulehnen, wenn sie von der AfD kommen. Denn die Brandmauer ist aus Sicht von CDU, SPD, Grünen/Linken und FDP wichtiger als alles andere.
Für den Antragsteller und die Befürworter einer sachorientierten Kommunalpolitik ist die Entsiegelung ein ökologisch sinnvolles Ziel, das über Parteigrenzen hinweg unterstützt werden sollte. Eine Blockade nur aufgrund des Antragstellers wird von Kritikern als ideologisch und bürgerfern empfunden. Doch damit können die Parteien gut leben. Natürlich wird diese Ablehnung das Projekt nicht stoppen. Aber jetzt steht fest: Eine große Menge Gemeindevertreter steht offenbar lieber auf der richtigen Seite der Brandmauer, als den Stahnsdorfern den Weg zum Bahnsteig zu ebnen.
Herzlich
Christian Kümpel