Keine ruhige Kugel in Stahnsdorf

Warum die Boulebahn im Bauausschuss scheiterte

STAHNSDORF. In den Nachbargemeinden Teltow und Kleinmachnow gehört das entspannte Klacken der Stahlkugeln längst zum öffentlichen Ortsbild. In Stahnsdorf hingegen bleibt eine öffentliche Fläche für den Präzisionssport vorerst Wunschdenken. Ein aktueller Vorstoß der AfD-Fraktion, die Verwaltung per Prüfauftrag nach einem geeigneten Standort für eine kommunale Boulebahn suchen zu lassen, blitzte in der Gemeindevertretung ab. Die Begründung, wonach der Sport gerade für ältere Mitbürger attraktiv sei und immer mehr Zuspruch finde, überzeugte die anderen Fraktionen nicht.

Die Ablehnung im Gemeinderat wurde von einigen Mitgliedern deutlich formuliert. Richard Kiekebusch (CDU) zeigte sich sichtlich genervt von dem Thema und kritisierte, dass gefühlt alle drei Jahre ein neuer Antrag für eine Boulebahn eingereicht werde.

Ein Blick in die Gemeindechronik zeigt tatsächlich: Bereits 2019 gab es einen offiziellen Antrag, eine entsprechende Anlage auf dem Stahnsdorfer Dorfplatz zu errichten. Dieser Vorstoß scheiterte damals krachend – offiziell am Denkmalschutz, was angesichts des dort befindlichen Spielplatzes für manchen Beobachter bis heute widersprüchlich wirkt. 

Die Verwaltung verwies die Spieler damals auf neu gestaltete Wege, auf denen man ja theoretisch auch Kugeln werfen könne. Die Wege werden allerdings nicht angenommen. Immerhin herrscht darauf auch Verkehr. Und mal lässt vermutlich nicht gerne Personen durch das Spielfeld laufen. 

Wer heute in Stahnsdorf stilecht Boule spielen möchte, wird dennoch fündig, allerdings nur auf privatem Raum: Am Dorfplatz bietet der französische Bäcker Aux Délices Normands entsprechende Spielmöglichkeiten an. Ein öffentliches, für alle Bürger frei zugängliches Areal gibt es jedoch weiterhin nicht. Und wie es aussieht, wird er auch nicht so schnell kommen.

Kü

Bild: Symbolbild   (Foto Pixabay)

 

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