Kaum Entlastung im Wohnungsmarkt

Teltows zäher Kampf gegen den Mangel

TELTOW.  Der Wohnungsmarkt in Teltow bleibt extrem angespannt. Eine Anfrage zum Umsetzungsstand der „wohnungspolitischen Umsetzungsstrategie“ zeigt nun nach neun Jahren: Während private Investoren bauen, stockt der kommunale Wohnungsbau komplett. Die Stadt Teltow versucht gegenzusteuern, hinkt den eigenen Zielen beim bezahlbaren Wohnraum jedoch hinterher.

Seit dem Jahr 2021 wurden in Teltow insgesamt 720 neue Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau errichtet. Laut einer Auswertung der städtischen Bauantragsstatistik liegen rund 500 dieser Wohnungen in den speziellen Fördergebieten der Stadt.

Ein deutliches Defizit zeigt sich jedoch bei der aktiven Bodenpolitik: Seit 2021 hat die Stadt Teltow kein einziges Grundstück erworben, um gezielt preisgünstigen Wohnraum zu schaffen.

Besonders ernüchternd ist die Bilanz der städtischen Tochter: Die WGT Wohnungsbaugesellschaft Teltow mbH hat seit 2021 keine einzige Wohnung gebaut. Entsprechend entstand durch die WGT auch kein neuer mietpreisgebundener Wohnraum.

Einziger Lichtblick für die Zukunft ist das geplante Bauprojekt an der Ruhlsdorfer Straße 8–10. Hier entstehen im Rahmen des Bebauungsplans Nr. 78 insgesamt 20 neue Wohneinheiten, für die bereits Fördermittel der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) beantragt wurden. Das Projekt wurde in das Landesprogramm aufgenommen, der Baustart ist für August 2027 geplant. Aktuell läuft die europaweite Suche nach einem Planungsbüro

Um nicht komplett leer auszugehen, setzt die Stadt auf das sogenannte Teltower Baulandmodell. Bei neuen Bebauungsplänen werden private Investoren über städtebauliche Verträge verpflichtet, in der Regel 30 Prozent der Wohnungen als mietpreis- und belegungsgebunden anzubieten.

Drei große Projekte befinden sich derzeit in der Pipeline, die insgesamt rd. 290 sozial gebundene Wohnungen bringen sollen:

  • „Ehemaliges Speichergelände Teltow“ (B-Plan Nr. 14): Befindet sich im Vorentwurf. Geplant sind 500 Wohnungen, davon 150 preisgebunden.
  • „Wohnquartier am Hollandweg“ (B-Plan Nr. 77): Die Beschlüsse sind gefasst. Geplant sind 190 Wohnungen, davon 57 preisgebunden.
  • „Ruhlsdorfer Straße / Ida-Kellotat-Straße“ (B-Plan Nr. 78): Das Verfahren läuft noch. Geplant sind 100 Wohnungen, davon 83 preisgebunden – hier geht der Investor durch eine freiwillige Mehrverpflichtung weit über das geforderte Mindestmaß hinaus.

Ob diese Maßnahmen ausreichen, um den chronischen Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Teltow nachhaltig zu lindern, bleibt angesichts der langen Planungszeiten abzuwarten.

Kü

Bild: Symbolbild  (Foto Pixabay)

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