Importierte Konflikte
Ein Kommentar
Der Vorfall in Stahnsdorf ist mehr als nur eine polizeiliche Randnotiz über eine Auseinandersetzung in einer Asylunterkunft. Er wirkt wie ein grelles Schlaglicht auf eine Entwicklung, die viele Bürger mit wachsender Sorge beobachten: die schleichende Rückkehr religiös und ethnisch motivierter Konflikte in einen öffentlichen Raum, der sich über Jahrhunderte mühsam von genau diesen Spannungen befreit hat.
Dass Menschen ihre Geschichte, ihre Traumata, aber eben auch ihre archaischen Konfliktmuster und religiösen Trennungslinien bei der Einreise nicht an der Grenze abgeben, ist eine soziologische Realität, die in der politischen Debatte jahrelang kleingeredet wurde. Wenn nun Afghanen und Tschetschenen ihre Differenzen gewaltsam auf deutschem Boden austragen, wird deutlich, dass Integration eben nicht nur die Einreise in die deutschen Sozialsysteme bedeutet. Dafür sollte man eigentlich das staatlichen Gewaltmonopol und den religiösen Frieden anerkennen. Da haben wir wohl falsch gedacht. Man bleibt eben trotzdem bei seinen Ansichten und lebt die auch aus.
Die oft zitierte „Freude“ über die Veränderung des Landes, wie sie einst von Grünen-Politikern formuliert wurde, stößt jetzt immer härter an die Realität derer, die vor Ort mit den Folgen konfrontiert sind. Für die Anwohner in Stahnsdorf und anderswo ist die Veränderung kein abstraktes „bunter werden“, sondern ein Verlust an Sicherheit und gesellschaftlicher Homogenität. Denn bekommt man jetzt demnächst auf die Nase, weil man Christ, oder noch schlimmer, Agnostiker ist? Und werden unsere Kinder in den Schulen demnächst gemobbt, weil sie während des Ramadans etwas essen?
Wer glaubt, dass 400 Jahre konfessioneller Friede in Deutschland eine unumstößliche Naturkonstante sind, verkennt, dass dieser Friede auf einem Konsens beruht, der durch massenhafte Migration aus Regionen mit völlig anderen Wertvorstellungen unter Druck gerät. Stahnsdorf ist in diesem Sinne kein Einzelfall, sondern ein Warnsignal: Ein Land, das seine Grenzen öffnet, ohne die Einhaltung seiner grundlegenden zivilisatorischen Standards konsequent durchzusetzen, riskiert, dass neue Konflikte ein Land spalten, das immer noch in weiten Teilen friedlich ist, weil Religon keine Rolle mehr spielt. Wie lange noch, hängt wohl auch davon ab, ob wir eine weitere Zuwanderung aus muslimischen Ländern zulassen.
Herzlich
Christian Kümpel


