Geduldsprobe auf der A115

Sanierung der Avus verzögert sich bis 2027

REGION.  Autofahrer im Südwesten Berlins müssen jetzt stark sein: Die Bauarbeiten auf der A115 zwischen der Spanischen Allee und der Landesgrenze zu Brandenburg dauern deutlich länger als geplant. Wie die Berliner Morgenpost berichtete, verschiebt sich die Fertigstellung des Mammutprojekts bis weit in das Jahr 2027.

Wer regelmäßig auf der Avus unterwegs ist, kennt das Nadelöhr bereits. Doch ein Ende der Einschränkungen ist vorerst nicht in Sicht. Die Autobahn GmbH des Bundes musste die ursprünglichen Zeitpläne korrigieren: Nach aktuellem Stand wird die grundhafte Sanierung erst im zweiten Quartal 2027 abgeschlossen sein – rund neun Monate später als ursprünglich kalkuliert.

Kampfmittelbelastung sprengt alle Erwartungen

Der Hauptgrund für den Verzug liegt tief im märkischen Sand. Während der Arbeiten stießen Experten auf ein weitaus größeres Problem mit alten Kampfmitteln als zunächst angenommen. Die Anzahl der Verdachtsflächen, die aufwendig sondiert und geräumt werden müssen, übersteigt die ersten Prognosen bei Weitem. Laut Autobahn GmbH war diese massive Belastung des Baugrunds in diesem Ausmaß nicht absehbar und macht eine vollständige Umplanung des Bauablaufs notwendig.

Unbekannte Leitungen und strenger Umweltschutz

Doch nicht nur Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg bremsen die Bagger aus. In einem angrenzenden Naturschutzgebiet stießen die Bauarbeiter auf eine Überraschung: Wasserleitungen, die in keinem der alten Pläne verzeichnet waren. Diese Infrastruktur muss nun unter laufendem Betrieb verlegt werden – ein kompliziertes Unterfangen, das zusätzliche Zeit kostet.

Zudem liegt der gesamte Bauabschnitt in einer sensiblen Wasserschutzzone. Dies zwingt die Baufirmen zu besonders vorsichtigen und damit zeitintensiveren Verfahren, um das Grundwasser nicht zu gefährden. „Umweltschutz und Sicherheit haben hier absolute Priorität“, heißt es vonseiten der Verantwortlichen.

Ein Sanierungsprojekt der Superlative

Dass die Arbeiten so umfangreich sind, liegt am Zustand der Strecke. Die A115 wurde über Jahrzehnte über ihre Belastungsgrenze hinaus beansprucht. Nun erfolgt eine Radikalkur:

  • Fahrbahnen: Rund 82.000 Quadratmeter Verkehrsfläche werden bis auf das Fundament erneuert.
  • Brücken: Insgesamt sechs Brückenbauwerke müssen saniert oder komplett neu gebaut werden.
  • Infrastruktur: Zehn Kilometer neue Entwässerungsleitungen und moderne Lärmschutzwände sollen die Strecke fit für die Zukunft machen.

Fazit

Für die Pendler zwischen Berlin und Potsdam bedeutet die Meldung der Berliner Morgenpost vor allem eines: weiterhin Staugefahr und Baustellenverkehr. Die Autobahn GmbH betont jedoch, dass der erhöhte Aufwand notwendig sei, um die Sicherheit und Nachhaltigkeit dieses wichtigen Autobahnabschnitts für die nächsten Jahrzehnte zu garantieren.

Bild: Symbolbild  (Foto Kü)

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