Rettungsschirm für den TKS-Busverkehr?
Bauausschuss gegen den Sparkurs des Kreises
STAHNSDORF. Leere Busse oder unverzichtbare Lebensader? In der Region Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf (TKS) droht ab Juni 2026 eine Ausdünnung der Linien im öffentlichen Nahverkehr. Während der Landkreis Potsdam-Mittelmark auf schwache Fahrgastzahlen verweist, formiert sich in den Rathäusern massiver Widerstand. Ein neuer Antrag soll nun den gewohnten Takt sichern – notfalls mit Geld, das man eigentlich nicht hat.
Die Zahlen des Landkreises sind eindeutig: Bei Fahrgastzählungen im Vorfeld der Kürzungspläne stellte die Verwaltung fest, dass auf bestimmten Strecken und zu Randzeiten oft nur zwei bis drei Personen im Bus saßen. Aus Sicht des Kreises ein unwirtschaftlicher Zustand, der in Zeiten knapper Kassen Konsequenzen fordert. Das Ergebnis: Der Kreistag lehnte Ende Januar 2026 zusätzliche Mittel ab. Ab dem 1. Juni 2026 sollen die Takte der Linien 620, 622, 623 und 629 an Wochenenden ausgedünnt werden. Auch die Nachtlinie N13 steht auf der Streichliste.
In den TKS-Kommunen sieht man diese Herangehensweise kritisch. Die Sorge: Werden Takte erst einmal reduziert, steigen noch weniger Menschen in den Bus um – eine Abwärtsspirale beginnt. Besonders Pendler nach Berlin, Schüler und Senioren wären von den Einschränkungen betroffen.
Um den „Bus-Exitus“ zu verhindern, liegt der Gemeindevertretung Stahnsdorf nun der Antrag B-26/028 der SPD und der Grünen/Linken vor. Er ist ein diplomatisches und finanzielles Rettungspaket, das den Bürgermeister in die Pflicht nimmt.
Das Ziel ist eine Übergangslösung bis Ende 2026. Der Plan sieht vor:
- Gemeinsame Kasse: Stahnsdorf will zusammen mit Teltow und Kleinmachnow rund 180.000 Euro aufbringen, um das bisherige Angebot über den 1. Juni hinaus zu sichern. Allerdings nur bis Ende des Jahres.
- Verhandlungsdruck: Parallel dazu sollen Gespräche mit der Regiobus GmbH und dem Landkreis geführt werden, um ab 2027 eine langfristige Finanzierung auf die Beine zu stellen.
- Plan B als Druckmittel: Sollte die Solidargemeinschaft TKS zerbrechen, wird der Bürgermeister beauftragt, im Alleingang mit Busunternehmen zu verhandeln, um zumindest das Stahnsdorfer Gemeindegebiet attraktiv anzubinden.
Kleinmachnow hat einem wortgleichen Antrag bereits am 19. Februar mehrheitlich zugestimmt. Es wird erwartet, dass Teltow zeitnah nachzieht.
Ob die „2 bis 3 Passagiere“ pro Bus ausreichen, um die hohen Betriebskosten dauerhaft zu rechtfertigen, wird die Debatte um den Haushalt 2027 zeigen. Vorerst aber lautet das Signal aus den Rathäusern: Mobilität ist Daseinsvorsorge – auch wenn der Bus fast leer bleibt
Kü
Bild: Symbolbild (Foto Pixabay)


