STEGLITZ-ZEHLENDORF – Bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Südwesten Berlins haben die Wählerinnen und Wähler für eine politische Zäsur gesorgt. Die CDU kann ihre Position als stärkste Fraktion im Rathaus Zehlendorf zwar verteidigen, muss jedoch dramatische Einbußen hinnehmen. Großer Gewinner des Wahlabends ist „Die Linke“, während die SPD spürbar einbricht.
Mit einem Ergebnis von 28,5 Prozent bleibt die CDU der stärkste politische Faktor in Steglitz-Zehlendorf. Der Jubel im bürgerlichen Lager hält sich jedoch in Grenzen: Die Christdemokraten stürzten im Vergleich zur letzten Wahl um 7,6 Prozentpunkte ab. Der bisherige komfortable Vorsprung ist damit empfindlich geschrumpft.
Zweitstärkste Kraft bleiben die Grünen, die sich mit 21,7 Prozent (+0,1) stabil halten und ihr Vorjahresergebnis nahezu exakt verteidigen konnten. Dahinter folgt eine tief enttäuschte SPD: Die Sozialdemokraten rutschten um 4,1 Prozentpunkte ab und landeten bei nur noch 14,8 Prozent.
Die Überraschung des Wahlabends gelang der Partei Die Linke. Sie verzeichnete in einem eher gutsituierten Gebiet ein massives Plus von 7,9 Prozentpunkten und kletterte auf 12,6 Prozent – ein historisch starkes Ergebnis für die Partei im sonst eher bürgerlich geprägten Berliner Südwesten.
Auch die AfD verbuchte deutliche Zuwächse. Sie legte um 4,9 Prozentpunkte zu und zieht mit 10,5 Prozent zweistellig in die BVV ein.
Ein Debakel erlebten die Freien Demokraten: Die FDP verlor 2,4 Prozentpunkte und kamen auf 4,1 Prozent. Dennoch reicht es für Mandate, da bei den Wahlen zur BVV die 3-Prozent-Hürde gilt. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) holte aus dem Stand 2,9 Prozent, während die europafreundliche Partei Volt auf 2,7 Prozent (+1,5) zulegen konnte. Die Tierschutzpartei kam auf 1,8 Prozent (-0,5).
Die Wahlbeteiligung im Bezirk lag mit 76,4 Prozent auf einem erfreulich hohen Niveau und unterstreicht das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger an der künftigen politischen Ausrichtung ihres Bezirks.
PM/Kü
Bild: Symbolbild (Foto Pixabay)