Stellungnahme der Agenda-Gruppe Mobilität Stahnsdorf
Unterstützung für Bürgermeister Albers
STAHNSDORF. Die Agenda-Gruppe Mobilität hat Stellung bezogen zu der Veränderungssperre Green Park. Wie der Sprecher, Guido Zielke (CDU), mitteilt, stellt man sich hinter die Pläne der Verwaltung. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:
Die Agenda-Gruppe Mobilität richtet einen dringenden Appell an die Gemeindevertretung (GV): Statt vorschnell den Weg für ein großflächiges Logistikzentrum frei zu machen, soll die Gemeinde mittels einer Veränderungssperre nach § 14 BauGB die Kontrolle über das Verfahren zurückgewinnen.
Die Ausgangslage ist kritisch. Bereits heute ächzt die Verkehrsinfrastruktur rund um die Landesstraße L 77 unter massiven Belastungen. Die Agenda-Gruppe warnt, dass die Planungen des Investors Prologis die Realität der kommenden Jahre unterschätzen. Während der Investor mit einer Auslastung von 70 % bis 2030 kalkuliert, fehlen in diesen Berechnungen entscheidende Faktoren:
- Die S-Bahn-Zäsur: Die für 2032 geplante Inbetriebnahme der S-Bahn wird durch die Sperrung wichtiger Achsen (wie der Iserstraße) die Verkehrsströme in der Region fundamental verändern.
- Der „E-Commerce-Effekt“: Das erwartete hohe Aufkommen an Kleintransportern und „Last-Mile“-Verkehren taucht in den bisherigen Prognosen kaum auf.
- Die Sperrwirkung: Die neue Bahntrasse wird wie eine Barriere wirken, die Umwegverkehre und zusätzliche Belastungen in den Wohngebieten provoziert.
Zentraler Kritikpunkt der Experten ist die drohende „Monofunktionalität“. Ein 24/7-Logistikbetrieb würde das Areal auf Jahrzehnte festlegen und alternative, leisere und verkehrsärmere Nutzungen – etwa für mittelständische Gewerbebetriebe im Umfeld der neuen S-Bahn – unmöglich machen.
Die Agenda-Gruppe betont, dass die Gemeinde ihre im Grundgesetz (Art. 14) verankerte Planungshoheit aktiv ausüben müsse. Ein Aufstellungsbeschluss zum jetzigen Zeitpunkt käme einer Kapitulation vor den Interessen des Investors gleich und würde die Verhandlungsposition der Gemeinde strukturell schwächen.
Um ein „investorengetriebenes“ Verfahren zu verhindern, wird die Veränderungssperre als das Mittel der Wahl vorgeschlagen. Sie sei kein „Boykott“, sondern eine gesetzlich vorgesehene Atempause. Diese Zeit soll für drei wesentliche Schritte genutzt werden:
- Unabhängige Gutachten: Erstellung eines Verkehrs- und Mobilitätskonzeptes, das die S-Bahn-Folgen und regionale Auswirkungen (TKS-Region) ehrlich abbildet.
- Nutzungskonzept: Entwicklung einer Vision für einen modernen, mittelständischen Gewerbestandort.
- Risikominimierung: Vorbereitung rechtssicherer städtebaulicher Verträge, die Kosten und Risiken fair zwischen Investor und Gemeinde verteilen.
Die Empfehlung an die Gemeindevertretung ist deutlich: Zuerst muss die Gemeinde ihre Hausaufgaben machen und ein eigenes, fachlich fundiertes Szenario jenseits der 2030-Grenze entwickeln. Nur so könne aus dem aktuellen „Nein“ zur Logistik-Großfläche ein „Ja“ zu einer nachhaltigen und verkehrlich tragfähigen Entwicklung des Green Parks werden.
PM
Bild: Symbolbild (Foto Pixabay)


