Schwarz-Rot-Gold: Ein Symbol, das eint
Ein Kommentar
Die Entscheidung der Stahnsdorfer Gemeindevertretung, die Bundesflagge vor öffentlichen Gebäuden dauerhaft zu hissen, sorgt für eine Debatte, die tief blicken lässt. Besonders die Einwände aus der Lindenhof-Grundschule sind bemerkenswert: Die Flagge könne „verstörend“ wirken, Kinder mit Migrationshintergrund könnten sich „ausgeschlossen“ fühlen, und überhaupt sei die Schule ein „neutraler Ort“.
Das Argument, Migranten könnten sich durch Schwarz-Rot-Gold ausgegrenzt fühlen, geht aber an der Realität vorbei. Wer nach Deutschland kommt, tut dies in der Regel mit dem Bewusstsein, in eine gewachsene Nation mit eigener Identität einzuwandern. Viele kommen gerade deshalb, weil sie Teil dieses Landes werden wollen. Die Nationalflagge ist dabei kein Zeichen des Ausschlusses, sondern die Einladung unter ein gemeinsames Dach. Wer „Deutsch sein“ als Ziel definiert, für den kann die Flagge dieses Landes kein Störfaktor sein.
Zudem ist die historische Einordnung wichtig: Schwarz-Rot-Gold sind die Farben der deutschen Demokratiebewegung. Wer hier „Nationalismus“ wittert, kennt die Geschichte nicht ausreichend. Die Flagge der Ausgrenzung war Schwarz-Weiß-Rot – unsere heutige Flagge hingegen ist die Flagge aller Deutschen.
Besonders skurril wird es bei der Forderung nach „Neutralität“ an Schulen. Wenn im Namen der Vielfalt Drag-Queens in Bildungseinrichtungen auftreten dürfen oder diverse ideologische Banner gehisst werden, scheint die Neutralität kein Problem zu sein. Dass ausgerechnet die Bundesflagge nun diese Neutralität gefährden soll, ist eine logische Akrobatik, die haltlos ist.
Die AfD Stahnsdorf bringt es in ihrer Pressemitteilung auf den Punkt: Die Flagge gehört jedem, der dieses Land als seine Heimat betrachtet. Wenn uns in einer pluralistischen Gesellschaft vieles trennt, so sollte uns das gemeinsame Vaterland und seine Symbole doch verbinden.
Wertevermittlung und Symbolik sind im Übrigen kein Widerspruch – die Flagge ist das sichtbare Zeichen jener Voraussetzungen, die uns als Gemeinschaft erst zusammenhalten. Deshalb ist auch die Argumentation der CDU/FDP Fraktion fragwürdig, man hole die Fahne in die Mitte zurück. Denn die Fahne kennt keine politische Richtung. Sie steht für dieses Land, das wir alle lieben.
Herzlich
Christian Kümpel


