Gemeinschaftsunterkunft Green Park

Zwischen Planung und Siechtum

Seit zwölf Jahren dient ein Teil des Stahnsdorfer Green Parks als Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete. Während die Gemeinde nun mit einem neuen Bebauungsplan versucht, die Kontrolle über das Areal zurückzugewinnen, rückt ein Thema in den Fokus, das lange Zeit eher verwaltet als gestaltet wurde: Die Unterkunft ist für viele kein Aushängeschild der Gemeinde – und die Bilanz der Integration vor Ort fällt ernüchternd aus.

STAHNSDORF.   Was einst als kurzfristige Lösung gedacht war, feiert in diesem Jahr ein zweifelhaftes Jubiläum: Seit nunmehr zwölf Jahren besteht die Gemeinschaftsunterkunft (GU) auf dem Gelände an der Ruhlsdorfer Straße. Was ursprünglich flexibel auf Krisensituationen reagieren sollte, hat sich tief in die Struktur des Green Parks eingegraben. Doch die lange Dauer hat nicht zwangsläufig zu einer besseren Einbindung geführt. Im Gegenteil: Kritiker und Anwohner beobachten seit Jahren, dass die Einrichtung optisch wie funktional eher eine Randerscheinung bleibt, die nicht zum positiven Erscheinungsbild Stahnsdorfs beiträgt.

Integration? In der Praxis kaum spürbar

Das Kernproblem der GU im Green Park ist die räumliche und soziale Isolation. Während die Politik auf dem Papier von Integration spricht, findet diese im Alltag kaum statt, natürlich auch, weil die Leute aus Afghanistan, Syrien und Afrika sich kaum sozial und kulturell einfügen können. Es fehlt dabei nicht nur an echtem Austausch. Die Bürger empfinden dabei das Heim als Fremdkörper. Die Unterkunft wird so eher zu einem Ort des Verwaltens. Viele Bürger nehmen die Einrichtung weniger als Teil der Gemeinschaft wahr, sondern als eine Belastung, die optisch und sozial „am Rand“ geparkt wurde.

Die Gemeinde am Scheideweg: Der B-Plan Nr. 19

In diese festgefahrene Situation platzt nun die neue Planungsstrategie der Gemeinde. Mit dem Bebauungsplan Nr. 19 will Stahnsdorf das Gelände neu gestalten. Das Gelände der GU ist Teil dieses Planungsgebiets. Wie damit umgehen?

Ausblick: 2027 als Wendepunkt?

Die aktuellen Verträge sichern den Bestand der Unterkunft noch bis 2027. Das gibt der Gemeinde zwar Zeit für ihre bürokratischen Verfahren, löst aber das grundlegende Problem nicht. Die Frage, ob Stahnsdorf im Rahmen der Neuplanung des Green Parks auch ein neues Konzept für Anlage findet, in der fast 300 sogenannte Geflüchtete untergebracht sind – oder ob das ungeliebte Provisorium einfach nur in die nächste Verlängerung geht – bleibt die entscheidende Variable in der Stahnsdorfer Kommunalpolitik.

In die Debatte um die Zukunft des Areals bringt die AfD-Fraktion nun eine klare Position ein: Nach dann 13 Jahren müsse im Jahr 2027 endgültig Schluss sein mit dem Heim im Green Park. Die Fraktion fordert, die Zeit der provisorischen Unterbringung zu beenden und die Flächen stattdessen für den Wohnungsbau zu nutzen. Angesichts des eklatanten Mangels an bezahlbarem Wohnraum in der Region sei dies die einzige logische Konsequenz aus der Neuplanung des Geländes. Eine Auflösung der GU zum Vertragsende 2027 würde den Weg frei machen für eine städtebauliche Entwicklung, die den Bürgern der Gemeinde direkt zugutekommt. Ansonsten droht das Heim noch in 100 Jahren vor sich hin zu siechen, dann in der dritten Generation.

Bild: Küche Gemeinschaftsunterkunft Stahnsdorf  (Foto privat)

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